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Protest gegen Stellenabbau und Lohnkürzungen
Streik bei Iberia schlägt in Gewalt um
Bei der spanischen Fluggesellschaft Iberia hat die größte Streikwelle in der Geschichte des angeschlagenen Unternehmens begonnen. Die Beschäftigten des Boden- und Kabinenpersonals waren von den Gewerkschaften aufgerufen worden, aus Protest gegen einen Sanierungsplan bis einschließlich Freitag die Arbeit niederzulegen.
Am Flughafen Madrid, wo sich Tausende Airline-Mitarbeiter versammelt hatten, kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Sicherheitskräfte setzten Schlagstöcke gegen Hunderte Protestierende ein, die versuchten, in ein Terminal zu gelangen. Berichte über Verletzte liegen bislang nicht vor. Die Streikenden blockierten auch die Zufahrtsstraßen zum Madrider Flughafen und lösten einen großen Verkehrsstau aus.
Mitarbeiter der Fluggesellschaft streiken gegen Lohnkürzungen
tagesschau24 09:00 Uhr, 18.02.2013, Wolfgang Karg, ARD-aktuell
1200 Flüge in den kommenden Tagen gestrichen
Für die fünf Streiktage wurden insgesamt mehr als 1200 Flüge abgesagt. Dazu gehörten nicht nur Flugverbindungen von Iberia selbst, sondern auch von Tochtergesellschaften wie Vueling, Air Nostrum oder Iberia Express. Allein am Montag wurden 236 Flüge gestrichen. Von den Absagen an den fünf Streiktagen seien rund 70.000 Passagiere betroffen, teilte das Unternehmen mit. Doch etwa 60.000 seien bereits auf andere Maschinen umgebucht worden. Die übrigen 10.000 betroffenen Fluggäste erhielten ihr Geld zurück.
Behinderungen auch in Deutschland
Der Streik führte auch in Deutschland vereinzelt zu Flugausfällen. Die Behinderungen hielten sich aber in Grenzen. Am Frankfurter Flughafen und auch in München wurden je vier Verbindungen gestrichen, jeweils ein Hin- und Rückflug nach Bilbao und Madrid. Betroffen waren Passagiere von Lufthansa und Iberia.
Ferieninseln wurden ohne Ausfälle angeflogen
Spaniens Regierung hatte angeordnet, dass ein Mindestangebot an Flügen abgefertigt werden muss. Danach mussten die Flugverbindungen mit den Inselgruppen der Balearen und Kanaren zu 100 Prozent abgewickelt werden. Für die internationale Flüge galt ein Satz von 50 Prozent. Die Streikenden hielten sich nach Angaben des Verkehrsministeriums an die Anordnung.
Der Streik richtet sich gegen einen Sanierungsplan, der einen Abbau von 3800 der insgesamt 20.000 Arbeitsplätze vorsieht. Iberia, die derzeit pro Tag eine Million Euro Verlust verzeichnet, will mit dem Vorhaben aus den roten Zahlen herauskommen. Im März soll an zehn weiteren Tagen gestreikt werden. Dann will sich auch die Pilotengewerkschaft Sepla dem Ausstand anschließen.
Stand: 18.02.2013 16:44 Uhr
