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Wirtschaft
Hypo Real Estate
HRE fordert weitere Hilfen vom Staat
HRE fordert weitere Hilfen vom Staat

100 Milliarden sind nicht genug

Der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) braucht noch mehr Geld vom Staat: Wie Vorstandschef Axel Wieandt bekannt gab, braucht das Institut weitere Eigenkapitalhilfen in Milliardenhöhe. Zur genaue Höhe wollte er allerdings noch nichts öffentlich machen - dies müsse zunächst mit dem Banken-Rettungsfonds SoFFin besprochen werden, sagte Wieandt auf einer Pressekonferenz. Zuletzt war über einen Betrag von bis zu zehn Milliarden Euro spekuliert worden. Der HRE-Chef hob auch erneut die wichtige Rolle des Instituts hervor und betonte: "Die Stabilisierung und Rettung der HRE muss gelingen, in unser aller Interesse."

Axel Wieandt (Archivbild 2007) (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: HRE-Chef Wieandt fordert weitere Milliarden vom Staat - genauere Angaben machte er noch nicht. ]
Ziel sei eine Kernkapitalquote in der Größenordnung von rund acht Prozent, sagte Wieandt. Inklusive des Jahresabschlusses 2008 hatte die Quote zuletzt bei 3,4 Prozent gelegen und damit unter der regulatorischen Mindestgrenze von vier Prozent. Streng genommen müsste die Finanzaufsicht BaFin die HRE damit dichtmachen. Das Jahresergebnis 2008 wurde in die Berechnung zunächst aber noch nicht einbezogen, so dass die Quote noch bei 6,2 Prozent lag. Die Kernkapitalquote gibt Auskunft über die Absicherung einer Bank, indem sie das Verhältnis von Eigenmitteln in der Kasse zu den möglichen Risiken widerspiegelt. Dazu zählen vor allem Kredite.

Eine Fusion des maroden Immobilienfinanzierers mit der Commerzbank-Tochter Eurohypo oder einer anderen Hypothekenbanken schloss der HRE-Chef vorerst aus.

Hintergrund:

Türschild des Finanzmarktstabilisierungsfonds SoFFin (Foto: dpa)
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Verstaatlichung der HRE geplant

Zeitgleich bekräftigte das Finanzministerium die Absicht der Bundesregierung, die HRE komplett zu übernehmen. Das entsprechende Gesetz solle in der kommenden Woche endgültig beschlossen werden, sagte Sprecher Torsten Albig. Danach würden weitere Schritte eingeleitet, die Bank zu übernehmen. Schwierigkeiten bei der Abstimmung im Bundesrat erwartet das Ministerium nach Albigs Worten nicht, obwohl der Finanzausschuss den Bundesrat zur Anrufung des Vermittlungsausschusses geraten hatte.

8,7% sind nur ein Anfang

Gestern hatte der SoFFin die Übernahme von zunächst 8,7 Prozent der Firmenanteile öffentlich gemacht. Bisher hat der Staat über den SoFFin bereits Garantien in Höhe von 102 Milliarden Euro zugesichert. Durch den Kauf der HRE-Anteile soll diese Investition abgesichert werden. Ohne diese Garantien des Bundes wäre die HRE längst pleite.

Stand: 29.03.2009 14:17 Uhr
 

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