Finanzkrise Ex-HRE-Chef Funke auf der Anklagebank

Stand: 20.03.2017 10:03 Uhr

Die Hypo Real Estate war Deutschlands teuerster Schadenfall in der Finanzkrise. Mit 120 Milliarden Euro bürgte der Bund für den Immobilienfinanzierer. Ex-Chef Georg Funke und sein Finanzvorstand stehen ab morgen vor Gericht. Von Gabriel Wirth

Über acht Jahre hat es gedauert. Nun wird dem früheren Chef der Hypo Real Estate, Georg Funke vor dem Landgericht München der Prozess gemacht. Ursprünglich ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue. Jetzt wird dem Angeklagten nur noch vorgeworfen, in den Jahren 2007 und 2008 die finanzielle Lage des Immobilienfinanzierers bewusst falsch und verharmlosend dargestellt zu haben. Der frühere Finanzvorstand soll darüber hinaus Marktmanipulation betrieben haben.

Funke als Feindbild für die Bankenkrise

Georg Funke war und ist für viele eine Reizfigur. Als "Bankster", "deutsches Gesicht der Finanzkrise" und "Gierbanker" wurde er beschimpft und angefeindet. Der frühere Chef der Hypo Real Estate zog sich aus der Öffentlichkeit zurück, wo er derzeit wohnt, ist unbekannt. Funke weißt jede Schuld von sich. Er sieht sich als ein Opfer der Politik und will das offensichtlich auch vor Gericht darlegen.

Anwalt will auf Freispruch plädieren

Der Anwalt des mittlerweile 61 jährigen hat angekündigt, dass sich Funke selbst äußern wird und zwar sehr umfangreich in einer Einlassung, die über 190 Seiten umfasst. Man kämpfe für einen Freispruch, so sein Anwalt. Da aber bereits das Verlesen der Anklage lange dauern wird, ist vorgesehen, dass der Angeklagte erst am Dienstag seine Einlassung vorträgt.

Genaues Ausmaß des Schadens noch unklar

Wie viel Geld die Rettung der Hypo Real Estate durch den Staat die Steuerzahler am Ende wirklich gekostet hat, ist immer noch offen. Der Immobilienfinanzierer wurde verstaatlicht und musste mit Bürgschaften und Staatsgeldern gerettet werden.

Quelle: B5 aktuell 20.03.2017

Darstellung: