Ex-HRE-Chef Georg Funke | Bildquelle: dpa

Prozessbeginn im März Ex-HRE-Chef Funke muss vor Gericht

Stand: 02.01.2017 15:06 Uhr

Nach jahrelangen Ermittlungen soll im März der Prozess gegen den Ex-Chef der Immobilienbank Hypo Real Estate, Funke, beginnen. Das OLG München ließ die Hauptverhandlung zu. Das Verfahren gegen sechs weitere Manager wurde gegen Auflagen eingestellt.

Der ehemalige Chef der Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE), Georg Funke, muss sich ab dem 20. März wegen bewusst unrichtiger Darstellung der Finanzlage der Bank im Jahr 2007 vor dem Oberlandesgericht München verantworten. Das Verfahren wurde vorerst bis 20. September terminiert, wie das Gericht mitteilte.

Die Staatsanwaltschaft hatte bereits 2014 Anklage gegen Funke und sieben weitere Ex-Vorstände erhoben. Die Manager sollen in Firmenberichten die Situation der Bank geschönt haben. Funke hatte sich stets gegen den Vorwurf gewehrt, für das HRE-Debakel verantwortlich gewesen zu sein. Die Wirtschaftsstrafkammer ließ die Anklage wegen unrichtiger Darstellung gegen Funke und den früheren Finanzvorstand Markus Fell nun zur Hauptverhandlung zu.

Das Verfahren gegen sechs weitere Angeschuldigte wurde gegen Zahlung von Geldauflagen zwischen 30.000 und 80.000 Euro eingestellt.

Milliardenrettung durch den Staat

Die Hypo Real Estate war im Jahr 2008 fast kollabiert und musste mit staatlichen Milliardenhilfen aufgefangen werden. Der HRE war zum Verhängnis geworden, dass sie wegen der Finanzkrise kein frisches Geld mehr bekam. Ihre Tochter Depfa hatte lang laufende Kredite zu kurzfristig refinanziert, ein Liquiditätsengpass war die Folge.

Kurz nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers rettete die Bundesregierung das Münchner Institut mit fast zehn Milliarden Euro frischem Kapital und Garantien von zeitweise 124 Milliarden Euro. Ein Jahr später wurde die Bank verstaatlicht, inzwischen aber wieder privatisiert.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 02. Januar 2017 um 14:44 Uhr

Darstellung: