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Kabinett billigt Gesetzentwurf
Bremsklötze für den Hochfrequenzhandel
Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf beschlossen, um den superschnellen, computergestützten Börsenhandel zu bremsen. Der Entwurf zum sogenannten Hochfrequenzhandelsgesetz sieht neue Regeln für Händler und Börsen vor. Das Finanzministerium nannte es "einen weiterer Baustein im neuen Ordnungsrahmen der Finanzmärkte", das Regelwerk mache das Finanzsystem "krisenfester".
Regierung will Hochfrequenzhandel regulieren
J. Borchers, ARD Berlin
26.09.2012 11:17 Uhr
In Deutschland macht der Hochfrequenzhandel laut Schätzungen mehr als 40 Prozent des gesamten Handelsvolumens aus. Beim Hochfrequenzhandel kaufen und verkaufen Computer elektronisch automatisiert Wertpapiere nach den Vorgaben ihrer Betreiber. Dies geschieht mittels Algorithmen binnen Sekundenbruchteilen. Innerhalb kürzester Zeit können so viele hundert Kauf- und Verkaufsanweisungen gegeben werden.
Der Hochfrequenzhandel birgt aufgrund seiner Schnelligkeit auch Risiken, wie zum Beispiel extreme, irrationale Kursschwankungen, überlastete Handelssysteme sowie die Anfälligkeit für Missbrauch.
Algorithmen sollen offengelegt werden
Die Händler in diesem Bereich müssen nach dem Willen des Kabinetts künftig eine Zulassung vorweisen. Um diese zu erhalten, müssen sie unter anderem die Algorithmen ihrer Software offenlegen und erläutern, wie sie das Programm testen und warten. Handelsanfragen auf Basis von Algorithmen sollen künftig gekennzeichnet werden müssen.
Bundesregierung fordert Regulierung bei Hochfrequenzhandel
tagesschau 20:00 Uhr, 26.09.2012, Uli Meerkamm, ARD Berlin
Die Börsen müssen zudem Regeln erstellen, nach denen beispielsweise bei auffälligen Kursschwankungen der Handel kurzzeitig ausgesetzt werden kann. Desweiteren sollen sie Gebühren festlegen, wenn ein Händler unverhältnismäßig oft Orders storniert. Dieses Vorgehen gilt als Indiz, um den Preis eines Finanzinstruments zu manipulieren.
Stand: 26.09.2012 11:41 Uhr
