Fußgängerzone mit Weihnachtsdekoration | Bildquelle: dpa

Trotz Protesten Viele Geschäfte öffnen Heiligabend

Stand: 06.11.2017 16:09 Uhr

Die Gewerkschaft ver.di hat zum Boykott aufgerufen. Trotzdem werden in vielen Bundesländern am Heiligabend Geschäfte geöffnet sein, obwohl es auf einen Sonntag fällt. Die großen Supermarktketten entschieden unterschiedlich.

Heiligabend fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag. Dennoch dürfen in den meisten Bundesländern einige Geschäfte am 24. Dezember öffnen, wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes bei den Landesregierungen ergab. In vielen Bundesländern gilt an Heiligabend eine Sonderregelung für Blumenläden, Tannenbaum-Verkaufsstellen und Supermärkte.

Bundesländer entscheiden

Die Marktkirche von Hannover von innen während des Heiligabend-Gottesdienstes | Bildquelle: dpa
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In vielen Bundesländern sollen die Gottesdienste nicht durch die Öffnungszeiten beeinträchtigt werden.

Da die Regelung der Ladenöffnungszeiten Ländersache ist, gibt es bundesweit unterschiedliche Regelungen. In den meisten Ländern dürfen die Läden am 24. Dezember für drei Stunden öffnen. Aus Rücksicht auf die Gottesdienste müssen diese spätestens um 14 Uhr schließen. Dies gilt für Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Längere Öffnungszeiten erlauben nur wenige Landesregierungen: Während Händler in Nordrhein-Westfalen von 10 bis 14 Uhr verkaufen dürfen, ist im Saarland die Öffnung von 9 bis 14 Uhr gestattet. In Berlin gelten die längsten Öffnungszeiten. Hier dürfen Supermärkte, Kioske, Bäckereien, Tannenbaum-Verkaufsstellen und Blumenläden von 7 bis 14 Uhr verkaufen, Kunst- und Gebrauchwarenmärkte sogar von 7 bis 18 Uhr. In Hessen und Rheinland-Pfalz bleiben am 24. Dezember die Supermärkte ganz geschlossen.

Große Ketten reagieren unterschiedlich

Nicht alle Supermärkte werden am 24. Dezember die Erlaubnis zur Ladenöffnung nutzen. Die Discounter Aldi Süd und Aldi Nord teilten bereits mit, an Heiligabend nicht zu verkaufen. Lidl hat bisher keine Angaben gemacht.

Bei Rewe hieß es, von den zusammen mehr als 5000 Supermärkten der Ketten Rewe und Penny blieben lediglich die sogenannten Filialmärkte komplett geschlossen. Die rund 1200 selbstständigen Kaufleute im Rewe-Netz könnten dagegen in Eigenregie entscheiden. Marktführer Edeka erklärte, die Mehrzahl der Märkte werde von selbstständigen Kaufleuten geführt. Diese würden eigenständig über ihre Öffnungszeiten entscheiden.

Ver.di fordert Boykott

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di rief zu einem Einkaufsverzicht an Heiligabend auf. "Die Einzelhandelsbeschäftigten wollen sich wie jeder andere auf das Weihnachtsfest vorbereiten und gemeinsam mit ihren Familien feiern. Wenn Heiligabend dieses Jahr ein Sonntag ist, ist die Überlegung, gerade an diesem Tag die Sonntagöffnungszeiten anwenden zu wollen, unglaublich zynisch", sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. November 2017 um 12:20 Uhr.

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