Hartz IV

Forscher ziehen Bilanz "Der Ausstieg aus Hartz IV gelingt selten"

Stand: 15.12.2009 12:54 Uhr

Nach jahrelangem Arbeitslosengeld-II-Bezug schaffen nur verhältnismäßig wenige Arbeitslose die Rückkehr in ein normales Berufsleben. "Der Ausstieg aus Hartz IV gelingt immer noch relativ selten", schreibt das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer Bilanz zu fünf Jahren Hartz IV.

Der entsprechende Teil der Arbeitsmarktreform, mit dem Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengelegt wurden, war am 1. Januar 2005 in Kraft getreten. Die Auswirkungen werden seit Jahren vom IAB, dem Forschungszentrum der Bundesagentur für Arbeit (BA), untersucht.

Verbesserungen angemahnt

IAB-Direktor Joachim Möller sprach von einer "verhalten positiven Hartz-IV-Bilanz". Vor allem die Langzeitarbeitslosigkeit sei deutlich zurückgegangen, hob Möller hervor. "Alles in allem wirkt Hartz IV positiv. An einigen Stellen hakt es aber noch", erklärte Möller.

Trotz insgesamt positiver Bilanz zeige die Untersuchung aber auch, dass noch besser auf Einzelfälle eingegangen werden müsse. Vor allem die von den Vermittlern ausgewählten Förderinstrumente erwiesen sich häufig zur Lösung der Probleme von Erwerbslosen ungeeignet. So sollten Ein-Euro-Jobs nur an Jobsucher vergeben werden, die schon lange keine Arbeit mehr hatten. Auch Alleinerziehende bräuchten mehr Unterstützung als bisher. Viele könnten wegen fehlender Kinderbetreuung keine Arbeit antreten. Alleinerziehende gelten als die Gruppe der am längsten Arbeitslosen.

Am Ende von Hartz IV steht nicht unbedingt ein Job

Im Durchschnitt schafft etwa ein Viertel der Empfänger pro Jahr den Ausstieg, die Hälfte davon wiederum schafft den Sprung in die Erwerbstätigkeit. Jeder zweite ehemalige Hartz IV-Empfänger verdient zunächst weniger als 7,76 Euro brutto in der Stunde.

Die ehemaligen Hartz IV-Empfänger, die nicht wieder im Job sind, nehmen an einer Aus- oder Weiterbildung teil oder haben ein Studium aufgenommen. 17 Prozent derjenigen, die kein Arbeitslosengeld II mehr bekommen, sind immer noch arbeitslos. Wenn sie keine staatliche Unterstützung mehr erhalten, liegt es beispielsweise daran, dass der Partner eine neue Stelle hat und ihr gemeinsamer Haushalt nicht mehr als bedürftig zählt.

Darstellung: