Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

21.03.2010

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
  • VideoLivestream.tagesschau 17:00 Uhr
  • Videotagesschau24.
  • VideoLetzte Sendung.tagesschau 14:00 Uhr
Inhalt
Wirtschaft
Hansen
Transnet-Chef Hansen wechselt zur Bahn
Hansen tritt als Gewerkschaftsvorsitzender zurück

Transnet-Chef wechselt die Seiten

Der scheidende Transnet-Chef Norbert Hansen (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Norbert Hansen wechselt von der Spitze der Gewerkschaft Transnet zur Deutschen Bahn AG. ]
Norbert Hansen ist als Vorsitzender der Verkehrsgewerkschaft Transnet zurückgetreten. Er will nach eigenen Angaben Arbeitsdirektor bei der Deutschen Bahn AG werden. "Ich habe heute dem Geschäftsführenden Vorstand der Transnet erklärt, dass ich meine politischen Ämter niederlege", sagte Hansen in Berlin. Er sei vom Aufsichtsratsvorsitzenden der Bahn und aus Kreisen der Politik gefragt worden, ob er als Arbeitsdirektor zur Verfügung stehe, teilte der 55-Jährige mit. Hansen ist auch stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Bahn.

Zitat:

"Was Hartz bei VW war, wird Hansen jetzt bei der Bahn."
Quelle: Gregor Gysi, Vorsitzender der Bundestagsfraktion "Die Linke"

Der Transnet-Vorstand habe seine Entscheidung begrüßt und werde die Ernennung durch den Aufsichtsrat unterstützen. Die Gewerkschaft verweise darauf, dass dadurch eine weitere Garantie für den integrierten Konzern und für die Beschäftigungssicherung abgegeben werde. Die Vorsitzenden der Transnet-Bezirksvorstände und der Geschäftsführende Vorstand sollen am Freitag zusammenkommen, um über das weitere Vorgehen und die Nachfolgeregelung zu beraten. Hansen war 2004 für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt worden. Beim Gewerkschaftstag im November sind Neuwahlen des Vorstands vorgesehen.

[Hinweis: Sie benötigen das Flash-Plugin und aktiviertes Javascript um das Video zu sehen.]

Hansen stützte Privatisierungskurs

Der Wechsel Hansens zur Deutschen Bahn AG, der nach Auffassung von Kritikern mit einer Verzehnfachung des Gehalts verbunden sein könnte, gilt vor allem mit Blick auf die bevorstehende Teilprivatisierung der Bahn als brisant. Transnet hatte unter Führung des SPD-Mitglieds Hansen als einzige Gewerkschaft im DGB den Privatisierungskurs der Deutschen Bahn unterstützt.

Vor diesem Hintergrund löste der Wechsel Hansens heftige Kritik aus. "Dieser einmalige Vorgang wirft einen Schatten auf die gesamte Bahnreform", sagte die stellvertretende SPD-Vorsitzende Andrea Nahles der "Berliner Zeitung". Der Fraktionsvize der Partei "Die Linke" im Bundestag, Werner Dreibus, warf Hansen "Eigennutz vor Gemeinnutz" vor. Mit seiner Zustimmung zur Teilprivatisierung der Bahn habe dieser sich "eine gute Ausgangsposition für den neuen Job geschaffen". Das privatisierungskritische Bündnis "Bahn für Alle" kritisierte Hansen mit den Worten: "Nachdem er die Weichen für die Privatisierung gestellt hat, macht er sich aus dem Staub, kassiert ab und lässt die Beschäftigten die Zeche bezahlen."

"Unterstellung ist aberwitzig"

Diesen Vorwurf wies Hansen entschieden zurück. "Die Unterstellung, ich hätte als Gewerkschaftschef aus persönlichen Motiven die Bahnreform unterstützt, ist aberwitzig", sagte er der "Frankfurter Rundschau". Auch die Verkehrsgewerkschaft GDBA, die mit Transnet eine Tarifgemeinschaft bildet, stärkte Hansen den Rücken. "Wir können einen solchen Schritt nur begrüßen, weiß Norbert Hansen doch um die Sorgen und Nöte der Mitarbeiter bei der Bahn", erklärte GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel. Die Deutsche Bahn AG wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern.

Dossier:

Grafik (Foto: AP)
Weitere Meldungen Bahnprivatisierung - ja oder nein? Modelle und Meinungen zum geplanten Börsengang [mehr]

Hansen stand seit 1999 an der Spitze von Transnet, der mit rund 240.000 Mitgliedern größten der drei Bahngewerkschaften. 2004 war er mit 93 Prozent im Amt bestätigt worden, musste sich aber zuletzt auch intern mit wachsender Kritik an seinem Kurs beim Thema Privatisierung der Bahn auseinander setzen. Erst kürzlich hatte der Gewerkschaftschef von Transnet gemeinsam mit der GDBA vom Bahnvorstand eine Zusage erhalten, den tariflichen Schutz vor Entlassungen bis 2023 zu verlängern.

Stand: 08.05.2008 18:27 Uhr
 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW