IWF-Chefin Christine Lagarde und Argentiniens Finanzminister Nicolas Dujovne | Bildquelle: dpa

Treffen der G20-Finanzminister IWF warnt vor Wachstumseinbruch

Stand: 22.07.2018 01:27 Uhr

Der IWF warnt, die USA bekräftigen ihre Forderungen. Der US-Handelsstreit mit China und der EU bestimmt das Treffen der Finanzminister in Buenos Aires. Finanzminister Scholz rechnet nicht mit greifbaren Fortschritten.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die G20-Staaten vor einer Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA, China und der Europäischen Union gewarnt. IWF-Chefin Christine Lagarde sagte bei einem Finanzministertreffen der Staatengruppe in Buenos Aires, im schlimmsten Falle könnte das weltweite Wirtschaftswachstum um einen halben Prozentpunkt niedriger liegen. Sie werde den Ministern einen entsprechenden Bericht übergeben.

Das geringere Wachstum in dem genannten Umfang droht nach Einschätzung des IWF dann, wenn alle angedrohten Zölle und Gegenmaßnahmen umgesetzt werden.

Le Maire mahnt zur Vernunft

Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire warnte die USA ebenfalls vor den zerstörerischen Folgen eines Handelskrieges. Dieser werde nur Verlierer hervorbringen, Arbeitsplätze zerstören und das weltweite Wirtschaftswachstum belasten, sagte Le Maire. Er rief die USA "zu Vernunft, Respekt der multilateralen Regeln und zum Respekt ihrer Verbündeten" auf und mahnte, der Welthandel könne nicht nach dem "Gesetz des Dschungels" verändert werden. Vielmehr müssten Probleme multilateral diskutiert werden.

Gleichzeitig betonte Le Maire, dass die Voraussetzung für weitere Verhandlungen die Aufhebung der US-Einfuhrzölle auf Aluminium und Stahl sei. Darin seien sich Frankreich und Deutschland einig, sagte Le Maire. Erst, wenn die Regierung in Washington diesen ersten Schritt auf die Europäer zugegangen sei, könne die EU einen formalen Vorschlag für Handelsgespräche machen. Sollten die USA neue Zölle gegen Importe aus der EU verhängen, bleibe keine andere Wahl als erneute Vergeltungsmaßnahmen.

Mnuchin bekräftigt US-Forderungen

An dem Treffen heute und morgen in der argentinischen Hauptstadt nehmen auch US-Finanzminister Steven Mnuchin, der chinesische Finanzminister Liu Kun, Weltbankchef Jim Yong Kim und OECD-Generalsekretär José Ángel Gurría teil.

Mnuchin sagte, der Handelsstreit habe noch keine markoökonomischen Auswirkungen auf die größte Volkswirtschaft der Welt. Der Handelskonflikt tobt vor allem zwischen den USA und China, das bereits von Handelskrieg spricht.

Die Regierung in Washington belegte Produkte aus der Volksrepublik im Volumen von 34 Milliarden Dollar mit zusätzlichen Zöllen. China erließ Gegenmaßnahmen im gleichen Umfang. US-Präsident Donald Trump drohte gar mit Zöllen auf chinesische Einfuhren im Wert von 500 Milliarden Dollar. Die EU setzte er mit der Drohung unter Druck, Autoimporte mit höheren Zöllen zu belegen, was vor allem deutsche Hersteller treffen würde.

Mnuchin bekräftigte kurz vor dem Treffen der Finanzminister die Forderung nach "fairen Chancen" für sein Land im Handel mit China und den EU. Die US-Regierung habe den "Wunsch nach einem ausgeglicheneren Verhältnis" und dafür sei es notwendig, dass mehr US-Produkte importiert würden, sagte er nach seiner Ankunft in Buenos Aires. China müsse seine Märkte für die USA öffnen, "damit wir fair konkurrieren und unsere Exporte erhöhen können".

Scholz wirbt für freien und fairen Welthandel

Bundesfinanzminister Olaf Scholz warb für einen freien und fairen Welthandel. "Die Wohlstandsgewinne sind für alle größer, wenn wir kooperieren", sagte der SPD-Politiker.

Zum Streit über Einfuhrzölle mit den USA sagte Scholz, dass die Handelskonflikte ein großes Thema seien. Über die Erfolgsaussichten der Konferenz äußerte er sich jedoch zurückhaltend. "Ich rechne nicht bei diesem Treffen mit greifbaren Fortschritten", so Scholz. Er werde darlegen, dass eine Eskalation des Handelskonflikts mit immer neuen Zöllen allen und vor allem den USA selbst schade.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz | Bildquelle: dpa
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"Die Wohlstandsgewinne sind für alle größer, wenn wir kooperieren", sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz in Buenos Aires.

Zukunft der Arbeit, Verbesserung der Infrastruktur

Die argentinische G20-Präsidentschaft hat die Zukunft der Arbeit und die Verbesserung der Infrastruktur für das Wochenende auf die Agenda gesetzt. Der Zollstreit zwischen den USA, China und der ist jedoch das bestimmende Thema des Treffens.

Zudem wollen die Finanzminister über die Regulierung von Kryptowährungen beraten. Diese digitalen Währungen wie etwa der Bitcoin könnten für Geldwäsche oder die Finanzierung des Terrorismus missbraucht werden, hieß es zuletzt in einer Analyse des IWF. "Ich bin optimistisch, dass wir dabei Fortschritte erzielen", sagte Scholz.

Die G20 erwirtschaften 85 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung, repräsentieren zwei Drittel der Weltbevölkerungen und wickeln 75 Prozent des globalen Handels ab.

Treffen der G20-Finanzminister in Buenos Aires
tagesschau 20:00 Uhr, 22.07.2018, Matthias Ebert, ARD Buenos Aires

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Juli 2018 um 20:00 Uhr.

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