G7-Treffen in Dresden | Bildquelle: REUTERS

Finanzministertagung in Dresden Griechenland dominiert G7-Treffen

Stand: 28.05.2015 17:41 Uhr

Eigentlich debattieren die G7-Finanzminister bei ihren Treffen weltpolitische Weichenstellungen. Doch in Dresden dominiert wieder einmal nur ein Thema: Griechenland. Denn trotz aller Beteuerungen ist eine schnelle Einigung mit Athen nicht in Sicht.

Von Ralph Sina, ARD-Studio Brüssel, zzt. Dresden

Genügend Zeit für Interviews haben sie, die Finanzminister und Experten bei ihrem G7-Treffen auf der Dresdner Barockinsel. Und sie alle beschäftigt ein Land, dessen Finanzminister Yanis Varoufakis gar nicht in der sächsischen Landeshauptstadt anwesend ist. Ein Land, dessen Zahlungsprobleme nicht auf der offiziellen G7-Tagesordnung stehen. Die erste G7-Teilnehmerin, die sich in Dresden zum Thema Griechenland äußerte war die Chefin des Internationalen Währungsfonds.

Vor der Kamera des ARD-Morgenmagazins holte die IWF-Chefin erst einmal tief Luft, als sie zu dem Stand der Reformverhandlungen mit Athen gefragt wird. "Was wir brauchen für eine wirtschaftliche Genesung, sind Führungsstärke und der politische Wille, Reformen umzusetzen", so Lagarde. Dies sei jetzt von Athen verlangt, um den Weg nach vorne zu finden, betonte die IWF-Chefin.

Christine Lagarde, IWF, zum Treffen der G7-Finanzminister
ARD-Morgenmagazin, 28.05.2015

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Viel Arbeit mit Athen

Keiner der G7-Teilnehmer kann die Behauptungen der griechischen Regierung nachvollziehen, man sei einer Einigung mit den Geldgebern nahe. Im Gegenteil: Es gebe noch sehr viel Arbeit, die getan werden müsse, betont Lagarde. Für einen guten Tango brauche man immer zwei.

Ungeduldig äußerte sich auch Frankreichs Finanzminister Michel Sapin: Diskutiert worden sei lange genug. Jetzt müsse man endlich etwas zu Papier bringen. Ein Reformvertrag mit Griechenland müsse her. Auch US-Finanzminister Jack Lew drängt seine europäischen Amtskollegen und die Tsipras-Regierung. Denn niemand kenne die möglichen weltweiten Kollateralschäden einer griechischen Insolvenz und eines Herausfallens des wichtigen europäischen NATO-Partners aus dem Euro, warnte Obamas Finanzminister.

G7-Beratungen über Wirtschaftsprobleme
tagesthemen 21:20 Uhr, 28.05.2015, Natalia Bachmayer, SR

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Bei der Konferenz traf er unter anderem auf seinen Amtsvorgänger, Larry Summers. Denn G7-Gastgeber Wolfgang Schäuble hatte mehrere Wirtschaftswissenschaftler und Finanzexperten aus aller Welt zu einem Gedankenaustausch ins Dresdner Residenzschloss eingeladen.

Angeregte Diskussionen

Es ging um die Frage, wie in den Zeiten der staatlichen Rekordverschuldung die Politik mit ihren begrenzten Mitteln überhaupt noch Wachstumsimpulse setzen kann. Vier Stunden dauerte die akademische Diskussion zwischen den Politikern und den Finanzwissenschaftlern. Und keiner seiner G7-Amtskollegen habe diese Veranstaltung geschwänzt, zeigte sich ihr Initiator Schäuble stolz.     

"Wir haben eine wirklich spannende, sehr intensive Diskussion geführt. Und alle haben die ganzen vier Stunden mit großer Intensität teilgenommen." Beteiligung: sehr gut - so könnte Schäubles Kopfnote für seine Kollegen lauten. Deshalb sieht der Bundesfinanzminister den weiteren G7-Diskussionen in Dresden optimistisch entgegen: "Das ist eine gute Grundlage für das, was wir die restlichen anderthalb Tage hier machen."

Nur wie Griechenland zu Reformen ermutigt und vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt werden kann, weiß in Dresden niemand. Nicht die G7-Finanzminister, nicht die internationalen Griechenland-Kreditgeber - und auch nicht die von Schäuble eingeladenen Wirtschaftsforscher.

Treffen der G7-Finanzminister in Dresden
R. Sina, WDR Brüssel
28.05.2015 17:37 Uhr

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