Umbau der Verlagsspitze Julia Jäkel leitet Gruner+Jahr nun allein

Stand: 10.04.2013 19:30 Uhr

Julia Jäkel | Bildquelle: dpa
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Julia Jäkel ist nun alleinige Vorstandsvorsitzende bei Gruner+Jahr.

Der Zeitschriftenriese Gruner+Jahr baut seinen Vorstand radikal um. Alleinige Nummer eins wird nun die 41-jährige Julia Jäkel - erst seit September Deutschland-Chefin im bisher dreiköpfigen Vorstand. Die beiden anderen Vorstände müssen gehen. Bisher verantworteten im Vorstand Torsten-Jörn Klein das Auslandsgeschäft und Achim Twardy die Finanzen. Für sie ziehen zwei Verlagsmanager mit anderen Aufgaben neu in das Gremium ein. Die Aufteilung in das Deutschland- sowie Auslandsgeschäft wird aufgehoben.

Der Dreier-Vorstand hatte mit der Einstellung der stets defizitären "Financial Times Deutschland" und dem Verkauf der Wirtschaftsmagazine "Impulse" und "Börse Online" 2012 Aufsehen in der Medienbranche erregt. Finanzielle Folge: ein Jahresverlust 2012 von 11 Millionen Euro. Der Umsatz war mit 2,22 Milliarden Euro um 3,0 Prozent rückläufig.

Binnen weniger Tage ist die Entscheidung bei Gruner+Jahr der zweite Paukenschlag in der deutschen Medienbranche. Erst am Dienstag hatte der Spiegel-Verlag seine beiden Chefredakteure Georg Mascolo und Mathias Müller von Blumencron abberufen. Am Spiegel-Verlag ist auch Gruner+Jahr mit rund einem Viertel beteiligt. Gruner+Jahr hatte Jäkel vor rund sieben Monaten nach dem Abgang des damaligen Vorstandschefs Bernd Buchholz in den Konzernvorstand geholt und die Troika installiert.

G+J zählt zu den größten Zeitschriftenverlagen Europas. Mehrheitseigner ist mit 74,9 Prozent der Medienkonzern Bertelsmann aus Gütersloh, die Hamburger Verlegerfamilie Jahr hält die übrigen 25,1 Prozent und besitzt damit eine Sperrminorität. Zu dem Großverlag gehören unter anderem die Zeitschriften "Stern", "Gala", und "Brigitte".

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 10. April 2013 um 22:15 Uhr.

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