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21.11.2009

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Größter Preissprung im Großhandel seit 1982

Verbraucher müssen mit Teuerungswelle rechnen

Größter Preissprung im Großhandel seit 1982

Geldscheine wechseln beim Einkauf den Besitzer (Foto: dpa/dpaweb) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Wegen der steigenden Großhandelspreise müssen die Verbraucher bald mit höheren Preisen rechnen. ]
Der größte Anstieg der Großhandelspreise seit 26 Jahren hat Diskussionen über eine Teuerungswelle für die Verbraucher ausgelöst. Im März lagen die Preise im deutschen Großhandel nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts um 7,1 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Die Statistiker gaben an, dass die Kunden nicht mit einer direkten Weitergabe des Preisschubs rechnen müssten. Die Entwicklung im Großhandel könne aber als Frühindikator angesehen werden und werde sich später in Verkaufspreisen niederschlagen.

Verzögerte Teuerungswelle in Geschäften

Auch der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr, sagte, dass die Verbraucher die Teuerung im Großhandel zu spüren bekämen, "allerdings mit zeitlicher Verzögerung und in abgeschwächter Form". Wegen des scharfen Wettbewerbs könnten Kaufhäuser, Supermärkte oder Fachgeschäfte die zusätzlichen Kosten nicht voll an ihre Kunden weitergeben.

Schon in den vergangenen Monaten mussten die Verbraucher für viele Produkte deutlich mehr bezahlen. Im März lag die Inflationsrate in Deutschland nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes bei 3,1 Prozent und überschritt damit zum zweiten Mal seit 1994 die Drei-Prozent-Marke.

Preisschub bei Nahrungsmitteln

Der Anstieg der Großhandelspreise im März war die höchste Jahresteuerungsrate seit Februar 1982. Damals stiegen die Preise um 8,5 Prozent. Für die aktuelle Entwicklung machte das Statistische Bundesamt besonders die Preisschübe bei Getreide, Saaten und Futtermitteln verantwortlich, die sich im Jahresvergleich um 52 Prozent erhöhten. Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette kosteten 23,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze verteuerten sich für die Großhändler um 13,2 Prozent. Für feste Brennstoffe und Mineralölerzeugnisse wurden im März gegenüber dem Vorjahr 18,8 Prozent mehr bezahlt.

Essen soll weltweit bezahlbar bleiben

Ein Arbeiter trägt einen Sack Reis in einem Lager (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: In Entwicklungsländern sind die Folgen der hohen Nahrungsmittelpreise besonders deutlich zu spüren. ]
Zuletzt hatten bereits die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) vor den Folgen der internationalen Verteuerung von Nahrungsmitteln gewarnt. Auch Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul forderte bezahlbare Lebensmittel für alle. Wegen des internationalen Preisanstiegs litten mehr Menschen an Hunger. "Hier muss gegengesteuert werden", sagte sie. Der IWF sieht die weltweite Verteuerung von Lebensmitteln mittlerweile als ebenso großes Problem für die globale Wirtschaft an wie die Finanzkrise.

Mit einer raschen Senkung der Kosten für Nahrungsmittel rechnen Experten zurzeit nicht. "Die Nachfrage ist hoch und wird hoch bleiben", sagte der Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), Anton Börner. Die Nahrungsmittellager seien mittlerweile weitgehend leer. In einigen Bereichen wirkten sich die Folgen schlechter Ernten und die Konkurrenz mit dem Anbau von Pflanzen zur Gewinnung von Biokraftstoffen negativ aus. Hinzu komme die steigende Nachfrage nach gutem Essen in aufstrebenden Ländern wie China.

Stand: 11.04.2008 15:14 Uhr
 

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