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Die Abstimmung der griechischen Abgeordneten über das Sparprogramm der Regierung ist von massiven Protesten und einem Streik begleitet worden. Auf dem Syntagma-Platz vor dem Parlament in Athen versammelten sich erneut Zehntausende Menschen, um gegen die Pläne der sozialistischen Regierung zu protestieren. Ein großes Polizeiaufgebot schirmte das Gebäude ab. Die Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas und Schlagstöcken gegen Demonstranten vor, die versuchten, Absperrungen zu durchbrechen und zum Parlament vorzudringen. Die Demonstranten errichteten ihrerseits Barrikaden, um die Polizisten abzuwehren. "Bullen, Schweine, Mörder" skandierte eine Menge. Auf einigen Spruchbändern wurde die Auflösung des Parlaments verlangt.
Bereits am frühen Morgen waren die ersten Gegner des Sparpakets vor dem Parlament zusammengekommen. Sie versuchten, Abgeordneten den Weg zu Abstimmung zu versperren und blockierten Straßen mit brennenden Barrikaden. Einige der Demonstranten warfen Steine, Feuerwerkskörper und Metallgitter auf die Sicherheitskräfte. Die Polizei sperrte einen großen Bereich der Innenstadt für den Verkehr. Als im Parlamentsgebäude die namentliche Abstimmung lief, griffen etwa 30 Demonstranten, die sich mit Stöcken und Eisenstangen bewaffnet hatten, Büros des Finanzministeriums an. Dabei gingen Fensterscheiben zu Bruch.
Auch in anderen Städten des Landes demonstrierten Menschen gegen das Sparprogramm. Die Proteste wurden begleitet von einem landesweiten Streik. Den zweiten Tag hintereinander fielen Dutzende Flüge aus oder mussten verschoben werden. In Athen fuhren keine Züge und Busse. Fähren blieben in den Häfen, in den Krankenhäusern arbeiteten nur Notfallteams. Ministerien und staatliche Unternehmen sowie viele Banken wurden ebenfalls bestreikt. Die Fähren hatten eigentlich fahren sollen, aber Streikposten blockierten in Piräus und anderen Häfen die Anlegestellen, so dass die Schiffe nicht ablegen konnten.
Der Zorn über das Sparprogramm reicht über die Gewerkschaften und die radikale Linke hinaus. Es hat in der durch Korruption und Vetternwirtschaft ohnehin desillusionierten Bevölkerung tiefe Empörung ausgelöst. Viele Griechen sind besonders über die harten Bedingungen von EU und IWF verbittert.
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