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In Griechenland hat das Militär die Lieferung von Treibstoff übernommen. Es versorgt Tankstellen und öffentliche Einrichtungen. Besonders im Norden des Landes gibt es aber weiter Engpässe, weil die Lkw-Fahrer seit Tagen gegen die Liberalisierung ihrer Branche streiken.
Von Ulrich Pick, ARD-Hörfunkstudio Istanbul
[Bildunterschrift: Die Versorgung an den griechischen Tankstellen bessert sich durch den Einsatz des Militärs. ]
Der Beschluss der griechischen Regierung, das Militär gegen die Streikfolgen einzusetzen, zeigt erste positive Wirkungen. So verbesserte sich im Laufe des Tages die schlechte Versorgungslage deutlich, die sich durch die seit Montag streikenden Tank- und Lastwagenfahrer ergeben hatte. Das Heer übernimmt demnach die Belieferung von Krankenhäusern, staatlichen Behörden, Elektrizitätswerken und Flughäfen mit Treibstoff. Die Marine versorgt die abgelegenen Inseln.
Wie die Tageszeitung "To Vima" meldet, sind bislang rund 250 Militär-Tankwagen im Einsatz. Demnach konnten durch diese Aktion Treibstoffengpässe auf Rhodos, Korfu sowie den meisten Kykladen-Inseln weitgehend behoben werden. Auch in den meisten großen Städten verbesserte sich die Lage deutlich. Bis zum Samstagabend sollten etwa 50 Prozent der Tankstellen im Großraum Athen wieder Sprit haben. Weiterhin deutliche Probleme gibt es allerdings in abgelegenen, ländlichen Regionen Griechenlands. Besonders betroffen sind weite Teile des Nordens, die Halbinsel Chalkidiki sowie Kreta.
Am Freitag hatten sich nach einer mehrstündigen Sitzung und einer anschließenden Abstimmung die griechischen Tank- und Lastwagenfahrer dafür ausgesprochen, ihren Streik fortzusetzen. Sie protestieren gegen die von der Europäischen Union verordnete sogenannte "Öffnung geschlossener Berufe". Konkret wollen sie verhindern, dass es künftig in ihrem Gewerbe keine feste Zahl an Lizenzen mehr gibt, und - wie es die griechische Regierung plant - jeder Besitzer eines Lkw-Führerscheins auch als Lastwagenfahrer arbeiten darf.
[Bildunterschrift: Griechenlands Ministerpräsident Papandreou hält die umstrittene Reform für notwendig. ]
Regierungschef Giorgos Papandreou betonte noch einmal die Notwendigkeit dieser Reform. "Wenn es dadurch, dass seit 1971 keine Lizenzen mehr für Lkw ausgegeben worden sind, geschlossene Berufe gibt, heißt das auch, dass die Transportkosten teurer und damit auch unsere Produkte teurer sind", sagte er. Bisher war die Zahl dieser Lizenzen auf etwa 30.000 limitiert. Sie kosteten teilweise bis zu 300.000 Euro.
Am Mittwoch hatte die griechische Regierung eine Dienstverpflichtung gegenüber den streikenden Fahrern erlassen. Diese wurde bis zum Freitag, als es erstmals zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Tanklastfahrern kam, weitgehend ignoriert. Inzwischen hieß es allerdings, vereinzelte Streikende hätten ihre Arbeit wieder aufgenommen. Zudem setzen mittlerweile die Ölraffinerien eigene Tankwagen ein, um die Tankstellen des Landes zu versorgen. Gleichwohl bleibt die Lage unübersichtlich. Auch bei einer weiteren Verbessung dürften die Engpässe noch einige Tage bestehen bleiben.
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