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[Bildunterschrift: Aufgebrachte Tankwagenfahrer vor dem Verkehrministerium in Athen ]
Trotz des offenbar harten Durchgreifens der Regierung gegen streikende Last- und Tankwagenfahrer kommt es in fast allen Landesteilen Griechenlands zunehmend zu Engpässen. Zehntausende Touristen harrten in Hotels und auf Campingplätzen aus, weil es keinen Treibstoff für ihre Autos gab. An den wenigen Tankstellen, die noch Benzin und Diesel verkauften, bildeten sich lange Warteschlangen. In einigen Stadtteilen Athens gab es in den Supermärkten kaum noch Obst und Gemüse. Einem Regierungssprecher zufolge stellen auch ausstehende Medikamentenlieferungen ein Problem dar.
Bereits gestern hatte der griechische Regierungschef Giorgos Papandreou eine Notfallverordnung erlassen, um einen seit drei Tagen andauernden Streik der Fahrer zu beenden und sie so zur Arbeit zu zwingen. Heute ging die Polizei in Athen mit Tränengas gegen demonstrierende Tankwagenfahrer vor. Die meisten Tankstellen im Land blieben aber weiter geschlossen.
Reiseagenturen riefen die Regierung auf, sofort etwas zu unternehmen, andernfalls werde der Tourismus zusammenbrechen. Einige Fähren stellten den Verkehr wegen Treibstoffmangels ein. Tausende Touristen stornierten Medienberichten zufolge bereits ihre Reisen, weil sie Angst hätten, mit dem Auto steckenzubleiben. Auf Kreta hätten mehr als 200 Touristen ihre Mietfahrzeuge einfach stehengelassen, weil sie keinen Sprit mehr bekamen.
In einem emotionalen Appell riefen die Verbände der drei größten griechischen Touristeninseln Kreta, Korfu und Rhodos die Regierung auf, dringend etwas zu unternehmen: "Wenn diese Situation weitere 24 Stunden anhält, werden wir unsere Arbeit einstellen. Wir gehen in Richtung eines Bankrotts." Es sei der "Gnadenschuss" für den Tourismus, hieß es in der Erklärung der Verbände.
Die griechische Tourismus-Branche, ein Hauptstandbein der griechischen Wirtschaft, ist bereits arg gebeutelt. Der Statistikbehörde des Landes zufolge wurden im ersten Quartal dieses Jahres 5,3 Prozent weniger Touristen registriert. Der Tourismusverband befürchtet, dass künftig noch mehr Gäste ausbleiben und warnte vor weiterer Verunsicherung potenzieller Griechenland-Urlauber durch Proteste und Streiks. Auch kleine und mittelständische Unternehmen spürten den Touristenschwund deutlich: Im Großraum Athen wurde im ersten Halbjahr laut Unternehmensverbänden ein Umsatzrückgang von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet.
Dass Griechenland als Reiseziel an Attraktivität verloren hat, melden auch die Reisebüros in Deutschland: Bei einem Umsatzplus von sechs Prozent für die laufende Sommersaison seien die Türkei und Ägypten stark nachgefragt, während Griechenland und Portugal nach den Schlagzeilen um zu hohe Schulden Rückgänge hinnehmen mussten.
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