US-Ratingagentur Standard & Poor's wertet Griechenland auf

Griechische Fahnen vor der Akropolis

Ratingagentur stuft Kreditwürdigkeit auf B- hoch

S&P glaubt wieder mehr an Griechenland

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat Griechenlands Kreditwürdigkeit um sechs Stufen vom "teilweisen Kreditausfall" (SD) auf die Wertung B- angehoben. Die Agentur sprach zugleich von einem stabilen Ausblick für das neue Rating. Zur Begründung erklärte S&P, ihrer Meinung nach sei die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion fest entschlossen, Griechenland in der Eurozone zu behalten. Ferner verwiesen sie auf die Sparanstrengungen der Regierung in Athen.

Wegen des griechischen Rückkaufs von Schulden bei Privatinvestoren hatte die Agentur das Land kürzlich auf "teilweisen Zahlungsausfall" (selective default) zurückgestuft. Mit dem Rückkauf von Anleihen zu einem kräftigen Abschlag konnte Griechenland seine Schulden um rund 20 Milliarden Euro senken. Dies war Voraussetzung dafür, dass seine Euro-Partner und der Internationale Währungsfonds jüngst grünes Licht gaben für die Auszahlung von Hilfen über 49,1 Milliarden Euro bis Ende März.

Die neuen Kredite für Griechenland im Umfang von 34,3 Milliarden Euro sollen nach Angaben aus Regierungskreisen in Athen bis Mittwoch ausgezahlt sein. Nach einer am Montag überwiesenen ersten Tranche von sieben Milliarden Euro sollen 11,3 Milliarden Euro für den Rückkauf von Staatsschulden überwiesen werden, sagte ein Regierungsvertreter. Weitere 16 Milliarden Euro würden für die Rekapitalisierung von Banken des hoch verschuldeten Landes erwartet.

Internationaler Bankenverband: Weiter beträchtliche Risiken

Der Internationale Bankenverband IIF erklärte unterdessen, trotz der teilweise an Griechenland ausgezahlten Kredite der internationalen Gläubiger gebe es nach wie vor beträchtliche Risiken. Das griechische Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr voraussichtlich um vier bis fünf Prozent zurückgehen. Außerdem würden neue Sparmaßnahmen den sozialen Zusammenhalt in Frage stellen.

Der IIF äußerte in seiner Erklärung Zweifel an Athens Schuldenrückkauf. Diese Bedenken würden bestehen, solange Griechenland kein Wirtschaftswachstum verzeichne. Die andauernde Verschlechterung der wirtschaftlichen Bedingungen schränkten Athens Fähigkeit ein, seine Finanzen zu sanieren. Der IIF vertritt die Interessen von mehr als 470 Geldhäusern weltweit. Griechenland befindet sich im fünften aufeinander folgenden Jahr in der Rezession. Für 2012 wird ein Rückgang des griechischen Bruttoinlandsprodukts um 6,5 Proszent erwartet.

Reaktionen auf die Entwicklung in Griechenland
ARD-Morgenmagazin, 20.12.2012, Eva Frisch, ARD Athen

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Stand: 18.12.2012 19:39 Uhr

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