Ultimatum statt Hilfsmilliarden

Frist für Schuldenrückkauf in Griechenland abgelaufen Großbanken beteiligen sich an Anleihenrückkauf

Stand: 07.12.2012 20:50 Uhr

Die drei größten griechischen Banken haben sich bereit erklärt, an einem Programm zum Rückkauf von Staatsanleihen teilzunehmen. Der Rückkauf soll die Schuldenlast des Landes verringern und die internationale Finanzhilfe für Griechenland absichern.

Die National Bank of Greece, die Eurobank und die Alpha Bank verkündeten den Schritt wenige Stunden vor Ablauf einer Frist, bis zu der private Inhaber von griechischen Staatsanleihen ihre Teilnahme an dem Programm erklären konnten. Experten gehen davon aus, dass alle griechischen Banken am Rückkauf teilnehmen.

Erklärung des Finanzministeriums steht noch aus

Wie groß der Zuspruch der Anleger zu dem Programm insgesamt war, ist bisher nicht bekannt. Das Finanzministerium teilte nach dem Ende der Frist mit, dass es am Wochenende eine Erklärung über die Ergebnisse des Schuldenrückkaufs abgeben wollen.Vom seinem erfolgreichen Abschluss hängen weitere Hilfen für Griechenland ab, die eine Pleite des krisengeschüttelten Eurolandes abwenden sollen.

Griechenland hatte den Haltern verschiedener Staatspapiere mit langen Laufzeiten Angebote von 30,2 bis 40,1 Prozent des ursprünglichen Werts gemacht. Wegen der dramatischen Schuldenkrise waren die Staatsanleihen rasant im Wert gefallen. Ziel war es, mit zehn Milliarden Euro aus dem europäischen Rettungsfonds EFSF etwa 30 Milliarden Euro an alten Schulden abzubauen.

Griechischer Schuldenrückkauf

Die Regierung in Athen will eigene Staatsanleihen zurückkaufen, um damit die überhöhte Schuldenquote zu drücken. Wie die zuständige Behörde PDMA mitteilte, wurden den Haltern verschiedener Staatspapiere mit langen Laufzeiten Angebote von 30,2 bis 40,1 Prozent des ursprünglichen Werts gemacht. Sie läuft als "modifizierte holländische Auktion": Wer am wenigsten für seine Anleihen verlangt, erhält am ehesten den Zuschlag. Die Offerte endete am 11. Dezember.

Zuletzt hielten Privatanleger griechische Staatsanleihen im Volumen von etwa 62 Milliarden Euro. Etwas mehr als die Hälfte davon befindet sich in den Händen von Banken und Anlegern im Ausland.

Mitte Dezember sollen die Hilfen freigegeben werden

Griechenland muss das Rückkaufprogramm bis zum 13. Dezember abschließen. Dann wird die Eurogruppe bei einem Sondertreffen unmittelbar vor Beginn des EU-Gipfels voraussichtlich Hilfen an Athen von insgesamt rund 44 Milliarden Euro endgültig freigeben, wie Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker kürzlich sagte. Für den in das Hilfsprogramm eingebundenen Internationalen Währungsfonds (IWF) ist ein abgeschlossener Schuldenrückkauf Athens Voraussetzung zur Auszahlung weiterer Kreditraten.

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