Tsipras und Moscovici | Bildquelle: KOLESID/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Ausgabe neuer Staatsanleihen Athen drängt zurück an die Finanzmärkte

Stand: 08.02.2018 16:45 Uhr

Griechenland hat einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Ausstieg aus dem Rettungsprogramm gemacht: Erstmals gibt es wieder siebenjährige Staatsanleihen aus. EU-Wirtschaftskommissar Moscovici zeigte sich erfreut.

Griechenland hat zum ersten Mal seit 2010 eine Staatsanleihe mit siebenjähriger Laufzeit an den Finanzmärkten platziert. Damit wolle die Regierung in Athen insgesamt drei Milliarden Euro einnehmen, hieß es aus Athen. Eine solch lange Anleihe hatte Athen zuletzt im April 2010 ausgeben - wenige Tage bevor Griechenland als erstes Euroland in der Schuldenkrise um internationale Hilfe bitten musste.

Psychologisch wichtiges Signal

Zwar gibt es seit Juli 2017 schon fünfjährige Staatsanleihen. Gleichwohl ist die neue Anleihe ein psychologisch wichtiges Signal, das der Regierung in Athen beim Aufbau eines zusätzlichen Finanzpolsters hilft. Damit will sich das Land für die Zeit nach dem Auslaufen des Rettungsprogramms und eine vollständige Rückkehr an die Kapitalmärkte wappnen.

Akuten Bedarf, sich an den Finanzmärkten Geld zu besorgen, hat Griechenland derzeit indes nicht. Griechenlands drittes Rettungsprogramm mit einem Gesamtvolumen von bis zu 86 Milliarden Euro läuft noch bis August. Die Regierung in Athen hofft, dann den von seinen Gläubigern von EU und IWF gespannten Rettungsschirm verlassen zu können. Dann müsste sie sich selbst mit Geld versorgen - aber auch keine Sparauflagen seitens der EU, EZB und des IWF mehr erfüllen.

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Moscovici bescheinigte Griechenland gute Aussichten.

Moscovici optimistisch

Nach Ansicht von EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici ist damit zu rechnen. "Es wird kein neues Programm geben, es wird kein viertes Bailout oder sonst irgendwas geben", sagte Moscovici in Athen nach einem Treffen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras. Im Juni müsse es eine umfassende Vereinbarung geben, wie Griechenland das aktuell laufende Hilfsprogramm verlasse und wie mit den Maßnahmen zur Schuldenerleichterung umgegangen werden solle.

Die Euro-Staaten haben das Land seit 2010 mit drei Hilfspaketen in Höhe von insgesamt 260 Milliarden Euro vor dem Finanzkollaps bewahrt. Im Gegenzug mussten wechselnde griechische Regierungen harte Reformauflagen umsetzen. Griechenland schiebt trotz der Hilfen noch immer einen Schuldenberg von 178 Prozent der Wirtschaftsleistung vor sich her.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 08. Februar 2018 um 17:30 Uhr.

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