Ministerpräsident Tsipras spricht im Parlament  | Bildquelle: AP

Eurogruppe Lob für griechische Reformen

Stand: 22.01.2018 19:11 Uhr

Griechenland ist zwar noch immer haushoch verschuldet. Doch von der Eurogruppe kommt nur Lob für die Reformbemühungen der griechischen Regierung. Athen kann mit weiteren Hilfsmilliarden rechnen.

Das hoch verschuldete Griechenland kann mit neuen Hilfsmilliarden der internationalen Geldgeber rechnen. Vertreter der EU-Kommission und der Euro-Länder lobten die Reformbemühungen der griechischen Regierung. Damit könnten zeitnah zwischen sechs und sieben Milliarden Euro an Athen überwiesen werden.

Die Dinge seien "auf dem richtigen Weg", sagte der für den Euro zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, beim Treffen der Eurogruppe in Brüssel. Sollte Athen alle Reformforderungen erfüllen, könnten die Euro-Finanzminister "über die Auszahlung der nächsten Hilfstranche entscheiden".

Athen braucht weniger Geld

Das Parlament in Athen hatte zuletzt ein großes Bündel an Reformen gebilligt. Unter anderem ist darin eine Einschränkung des Streikrechts vorgesehen. Das laufende Hilfsprogramm in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro endet planmäßig am 20. August. Experten gehen davon aus, dass das Land aber nicht die gesamte verfügbare Summe benötigen wird. Die schrittweise Auszahlung ist an Bedingungen geknüpft.

Demonstranten protestieren in Athen gegen die Regierung. | Bildquelle: AFP
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Die Reformen der griechischen Regierung sind in der Bevölkerung umstritten. Immer wieder gibt es Proteste.

Die Auszahlung der nächsten Hilfstranche von etwa 6,7 Milliarden Euro hängt von der dritten Überprüfung des griechischen Reformprogramms durch die Gläubiger ab. Athen habe von rund 110 geforderten Reformen 100 erfüllt, hieß es aus EU-Kreisen.

Bundesregierung verspricht genaue Prüfung

Es sei davon auszugehen, "dass Fortschritte gemacht wurden", sagte auch der geschäftsführende Bundesfinanzminister Peter Altmaier. "Wir werden uns das aber sehr genau anschauen." Es sei auch im Interesse der griechischen Regierung, "dass das, was vereinbart wurde, umgesetzt wird in all seinen Teilen", erklärte der CDU-Politiker.

Das mehrfach vom Staatsbankrott bedrohte Griechenland hängt seit 2010 am Tropf internationaler Geldgeber. Im Gegenzug muss die Links-Rechts-Regierung von Alexis Tsipras zahlreiche einschneidende Spar- und Reformmaßnahmen umsetzen. Das Wirtschaftswachstum in Griechenland hatte zuletzt wieder etwas zugelegt. Allerdings türmt sich trotz aller Bemühungen nach wie vor ein Schuldenberg von etwa 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 22. Januar 2018 um 16:43 Uhr.

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