Eine Europaflagge mit Eurozeichen vor dem griechischen Parlament in Athen. | Bildquelle: dpa

Bonität nach der Krise Ratingagentur stuft Griechenland hoch

Stand: 26.06.2018 04:40 Uhr

Nach der EU-Schuldenvereinbarung hat die Ratingagentur Standard & Poor's Griechenlands Kreditwürdigkeit angehoben, betont aber: Das Land hat noch immer hohe Schulden, die es abzubauen gilt.

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat Griechenlands Bonität auf die Wertung B+ angehoben. In einer Erklärung attestierte die Agentur dem lange Zeit krisengeplagten Land einen "stabilen Ausblick".

Zur Begründung hob Standard & Poor's den Aufbau von Finanzrücklagen und längere Kreditlaufzeiten hervor, die das Risiko für Investoren reduzierten. Positiv wirkte sich demnach auch die Schuldenerleichterung aus, über die Griechenland vergangene Woche mit den EU-Finanzministern übereingekommen war - auch die Agentur Moody's hatte diese bereits gelobt.

Schulden doppelt so hoch wie Wirtschaftskraft

Die Mitgliedsstaaten der europäischen Währungsunion mussten Griechenland mit Hilfsprogrammen mehrfach vor dem drohenden Staatsbankrott retten. Am 20. August soll das dritte und letzte Hilfsprogramm auslaufen, zudem soll Griechenland eine Abschlusszahlung von etwa 15 Milliarden Euro erhalten.

Damit das Land nicht erneut in die Krise rutscht, beschlossen die Eurogruppen-Minister eine Verlängerung der gewährten Kredite und eine längere Stundung der Rückzahlung.

Die Ratingagentur Standard & Poor's hob in ihrer Erklärung ebenfalls hervor, dass Griechenland noch immer hoch verschuldet ist: Mit 317 Milliarden Euro sind die Staatschulden doppelt so groß wie die Wirtschaftskraft, jeder fünfte Grieche ist arbeitslos.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Juni 2018 um 07:00 Uhr.

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