Bettlerin in Athen | Bildquelle: dpa

Griechenland-Krise Athen plant Milliardenhilfe für Arme

Stand: 19.10.2017 21:00 Uhr

Die Wirtschaft in Griechenland wächst in diesem Jahr stärker als erwartet - davon soll nach Plänen der Regierung nun auch die Bevölkerung direkt profitieren. Rund eine Milliarde Euro soll vor allem Armen zugute kommen.

Die griechische Regierung plant eine Milliardenhilfe für arme Bevölkerungsgruppen. Ein Regierungssprecher gab bekannt, der erwartete Einnahmenüberschuss in diesem Jahr solle an die Menschen verteilt werden, die am stärksten unter der jahrelangen Finanzkrise gelitten hätten. Der Verteilungsspielraum liege nahe einer Milliarde Euro, so der Sprecher. Das genaue Volumen der "Sozial-Dividende" und die Modalitäten der Verteilung würden im November auf Basis der dann vorliegenden Budgetzahlen für das laufende Jahr festgelegt.

Stärkeres Wachstum als erwartet

Die Regierung in Athen erwartet für dieses Jahr nach Jahren der Rezession ein Wirtschaftswachstum von fast zwei Prozent und einen Primärüberschuss von 2,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das mit den Gläubigerstaaten ausgehandelte Ziel hatte bei 1,75 Prozent gelegen. Beim Primärüberschuss werden die Kosten für Altschulden nicht berücksichtigt.

Mit einer Quote von 21 Prozent ist die Arbeitslosigkeit in Griechenland so hoch wie in keinem anderen Euro-Land. Im August 2018 läuft das dritte Hilfspaket im Umfang von bis zu 86 Milliarden Euro aus.

Banken stoßen faule Kredite ab

Zudem planen die drei griechischen Großbanken Piraeus, National und Alpha Branchenkreisen zufolge einen milliardenschweren Verkauf von Problemkrediten zu Beginn des nächsten Jahres. Anfang 2018 wollten die Geldhäuser die Rekordsumme von 5,5 Milliarden Euro an faulen Krediten losschlagen. Der Verkauf solle bis Ende März abgeschlossen werden. Derzeit sitzen die griechischen Banken auf Problemkrediten von insgesamt 103 Milliarden Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) pocht darauf, dass das Volumen bis Ende 2019 um 38 Milliarden Euro reduziert wird.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Oktober 2017 um 23:00 Uhr.

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