Erste Positive Leistungsbilanz seit 1948 Touristen bringen Griechen Überschuss

Stand: 19.02.2014 13:48 Uhr

Touristen auf der Akropolis in Athen
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Die Griechen haben vergangenes Jahr 15 Prozent mehr durch den Tourismus eingenommen als 2012.

Griechenland hat erstmals einen Überschuss in der Leistungsbilanz geschafft. Vor allem dank des florierenden Tourismus lag dieser 2013 bei 1,24 Milliarden Euro oder 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung. Das teilte die Zentralbank mit. Seit Einführung dieser Statistik 1948 hatte es bislang stets ein Defizit gegeben, das kurz vor Ausbruch der Schuldenkrise 2008 bis auf 15 Prozent des Bruttoinlandsproduktes anschwoll. 2012 gab es so noch ein Defizit von 4,6 Milliarden Euro.

Da das Land jahrzehntelang weit mehr importierte als exportierte, musste diese Lücke mit ausländischem Kapital geschlossen werden. Viele Experten sehen darin einen Hauptgrund für die Krise des Landes.

Die Leistungsbilanz eines Landes umfasst sämtliche Geschäfte mit dem Ausland. Ein hohes Leistungsbilanzdefizit kann die Stabilität einer Volkswirtschaft gefährden. In die Leistungsbilanz fließen neben dem Warenhandel der Austausch von Dienstleistungen mit dem Ausland, aber beispielsweise auch Entwicklungshilfe und Vermögenseinkommen ein.

Massiver Tourismus-Boom

Dass die Bilanz nun erstmals positiv ausfällt, ist der starken Tourismussaison zu verdanken. Sie sorgte für Rekordeinnahmen von zwölf Milliarden Euro - ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zu 2012. Keine andere Branche holt mehr ausländisches Geld nach Griechenland. Sinkende Einfuhren bringen zudem die Handelsbilanz wieder ins Lot. Die Einfuhren fielen im Vergleich zu 2008 um 54 Prozent. Verkaufte der deutsche Autobauer Porsche damals noch 424 seiner Luxuswagen in Griechenland, so waren es im Vorjahr nur noch acht. Geholfen hat auch, dass die Geldgeber auf die Hälfte ihrer Zinszahlungen verzichtete.

Experten rechnen mit einer Fortsetzung der positiven Entwicklung. "2014 erwarten wir einen erneuten Überschuss in der Leistungsbilanz", sagte Eurobank-Ökonom Platon Monokroussos. "Die Importe werden schwach bleiben, während sich Tourismus und Exporte weiter gut entwickeln dürften." Ob der Überschuss auf Dauer gehalten werden könne, hänge von der Wettbewerbsfähigkeit der Landes ab. "Die Löhne müssen sich am Produktivitätswachstum orientieren", sagte Monokroussos. Außerdem müsse es gelingen, Importe durch heimische Erzeugnisse zu ersetzen.

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