Eine griechische Flagge weht vor dem griechischen Parlament | Bildquelle: REUTERS

Schuldenkrise IWF genehmigt Milliardenzahlung an Griechenland

Stand: 21.07.2017 04:57 Uhr

Das schuldengeplagte Griechenland erhält voraussichtlich eine weitere Finanzspritze: Der Internationale Währungsfonds einigte sich im Grundsatz auf eine Zahlung in Höhe von 1,6 Milliarden Euro - unter der Bedingung, dass Griechenland Schuldenerleichterungen gewährt werden.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will das schuldengeplagte Griechenland mit weiteren 1,6 Milliarden Euro unterstützen. Die IWF-Gremien einigten sich bei ihrer Sitzung am Donnerstag "im Grundsatz" auf die Zahlung, gleichzeitig betonten sie aber die Vorläufigkeit der Entscheidung.

Der neue Kredit sei an die Bereitschaft der europäischen Griechenland-Gläubiger geknüpft, dem Land Schuldenerleichterungen zu gewähren. Eine zeitliche Begrenzung, innerhalb der eine Einigung erzielt werden muss, gebe es nicht, sagte die Leiterin der IWF-Griechenland-Mission, Delia Velculescu. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass Einigkeit erreicht werden könne.

Der IWF hatte zuletzt wiederholt die Sparanstrengungen der Regierung in Athen gelobt. Die hohen Schulden und die damit verbundenen Zins- und Tilgungslasten drohten aber das griechische Wachstum abzuwürgen, argumentiert der Weltwährungsfonds. "Es muss Raum geschaffen werden für bessere Sozialleistungen, um öffentliche Investitionen zu stimulieren und Steuern zu senken, um Wachstum zu unterstützen", sagte IWF-Chefin Christine Lagarde.

USA sehen Hilfen kritisch

Der Europäische Rettungsmechanismus ESM hatte bereits am 7. Juli grünes Licht für eine weitere Zahlung in Höhe von 7,7 Milliarden Euro gegeben. Der Großteil ist zur Tilgung fälliger Altschulden vorgesehen. Zuvor hatte auch der Haushaltsausschuss des Bundestages grünes Licht gegeben. Damit erhöht sich die Kreditsumme des ESM an Griechenland auf 180 Milliarden Euro.

Die Beteiligung des IWF ist laut einem Bundestagsbeschluss Voraussetzung für deutsche Beiträge. Der IWF kämpft seit längeren mit den europäischen Geldgebern um Schuldenerleichterungen für Griechenland. Deutschland lehnte dies bisherweitgehend ab. Vor allem die USA als größter Anteilseigner des IWF haben den Fonds zur Zurückhaltung in der Griechenland-Frage gedrängt. In den Vereinigten Staaten wird die Unterstützung des Landes aus internationalen Mitteln äußerst kritisch gesehen.

Über dieses Thema berichtete die Tagesschau am 21. Juli 2017 um 04:56 Uhr.

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