Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

18.03.2010

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
  • VideoLivestream.tagesschau 04:10 Uhr
  • Videotagesschau24.
  • VideoLetzte Sendung.tagesschau 01:50 Uhr
Inhalt
Wirtschaft
Google in China
Google stellt China-Geschäft auf den Prüfstand
Nach Hacker-Attacken auf E-Mail-Konten

Google stellt China-Geschäft auf den Prüfstand

Der Internet-Konzern Google will sich nicht länger den Zensurforderungen der chinesischen Regierung beugen und nimmt dafür auch einen Rückzug aus dem Zukunftsmarkt in Kauf. Auslöser der Kehrtwende war nach Google-Angaben ein massiver Hackerangriff aus dem Land im Dezember. Dabei sei versucht worden, in E-Mail-Konten chinesischer Menschenrechtsaktivisten bei Googles Mail-Dienst einzubrechen, berichtete das US-Unternehmen.

US-Außenministerin Hillary Clinton verlangte von China eine Erklärung. Der von Google erhobene Vorwurf der Zensur wecke große Besorgnis und werfe Fragen auf, sagte sie. Die US-Regierung bemühe sich bei der Regierung in Peking um Aufklärung.

Zeitung: Auch Unternehmens-Interna gestohlen

Google (Foto: AP) [Bildunterschrift: Nach Hacker-Angriffen: Google denkt über Rückzug aus China nach. ]
Bei den Hacker-Angriffen aus China sind nach einem Bericht des "Wall Street Journals" wichtige Quellcodes gestohlen worden, mit denen potenziell Zugang zu anderen Daten gewonnen und Sicherheitsmängel identifiziert werden können. Google sprach nur vage vom "Diebstahl geistigen Eigentums" und einem "hoch raffinierten und gezielten Angriff auf unsere Unternehmensstruktur, der aus China kam".

Nach Konzernangaben sei der Hackerangriff im Dezember weitgehend erfolglos geblieben. Die Angreifer hätten sich lediglich Zugang zu zwei E-Mail-Postfächer verschaffen können. Auch dabei hätten sie jedoch nur die Kontoinformationen und die Betreffzeilen der E-Mails einsehen können, nicht aber ihren Inhalt.

Bald aus für google.cn?

Bei den Ermittlungen habe Google ähnliche Hacker-Angriffe auf mindestens 20 weitere große Unternehmen entdeckt. Das kalifornische Unternehmen nannte keine Verdächtigen. Als Reaktion wolle Google nicht länger die Suchergebnisse auf seiner chinesischen Seite entsprechend der Vorgaben der Behörden zensieren. "Wir sind uns bewusst, dass dies bedeuten kann, dass wir die Website Google.cn und möglicherweise auch unsere Büros in China schließen müssen", schrieb Googles Chefjustitiar David Drummond im Firmenblog.

Der Internetkonzern wolle in den kommenden Wochen in Gesprächen mit chinesischen Behörden klären, ob die lokale Suchmaschine ohne Zensur betrieben werden kann.

Kritik an Googles bisheriger Geschäftspolitik

Vor vier Jahren hatte Google beim Start seiner chinesischen Suchmaschine massive Kritik einstecken müssen, weil es sich - wie andere Internet-Unternehmen - bereiterklärt hatte, seine Ergebnisse selbst zu filtern. Suchergebnisse zu politisch heiklen Themen wie die blutige Niederschlagung der Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens werden gefiltert. China gilt mit rund 340 Millionen Nutzern und seiner rapide wachsenden Wirtschaft als wichtiger Zukunftsmarkt, auch im Kerngeschäft von Google, der Internet-Werbung.

Stand: 13.01.2010 07:13 Uhr
 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW