Wegen dreister Werbung für Zucker "Goldener Windbeutel" für Capri-Sonne

Stand: 16.05.2013 08:31 Uhr

Der Hersteller der Capri-Sonne bekommt von der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch den "Goldenen Windbeutel" 2013 für die dreisteste Werbemasche. Bei einer Abstimmung im Internet bekam das Getränk der Sisi-Werke aus Eppelheim bei Heidelberg die meisten Stimmen, teilte Foodwatch mit.

Capri-Sonnen-Verpackungen auf einem Förderband
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Sechseinhalb Würfelzucker pro Beutel: Capri-Sonne sei ein "Dickmacher ersten Grades", sagt Foodwatch.

Die Organisation kritisiert, dass Capri-Sonne mit ihrem Marketing auch ganz gezielt Kinder anspreche. Der Konsum zuckerhaltiger Getränke sei aber ohnehin schon zu hoch. Viele Kinder seien übergewichtig.

Capri-Sonne in der Geschmacksrichtung Orange enthält laut Foodwatch pro Trinkbeutel sechseinhalb Stück Würfelzucker. Soft-Drinks dieser Art seien "Dickmacher ersten Ranges", erklärte Oliver Huizinga von Foodwatch. Dennoch würden "Kinder auf allen Kanälen angefixt, immer noch mehr Zuckergetränke zu konsumieren". Vor allem suche der Hersteller die Nähe zum Sport und spreche Kinder neben gezielter Fernseh- und Internetwerbung auch bei gesponserten Sport-Veranstaltungen oder in Freizeit-Camps an, kritisierte Foodwatch.

Hersteller: Liegen im Mittel aller Fruchtsaftgetränke

Der Capri-Sonne-Hersteller, der zur Unternehmensgruppe Wild gehört, hatte bereits die Nominierung für den Negativ-Preis kritisiert: Mit einem Zuckergehalt von zehn Prozent liege das Getränk im Mittel aller Fruchtsaftgetränke. Die Werbung für die Capri-Sonne richte sich außerdem überwiegend an die Eltern, nicht an die Kinder.

An der Abstimmung hätten sich fast 120.000 Verbraucher beteiligt. Auf die Capri-Sonne seien mehr als 51.000 Stimmen entfallen.

"Paula", "Kosmo-Stars" und "Monsterbacke" auf den Plätzen

Der Pudding "Paula" von Dr. Oetker
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Auf Platz zwei: Der Pudding "Paula" von Dr. Oetker

Daneben hatte Foodwatch vier weitere Lebensmittel für Kinder zur Abstimmung gestellt, die nach Ansicht der Verbraucherschützer besonders dreist beworben werden: Auf Platz zwei folgte demnach mit 21,9 Prozent der Pudding "Paula" von Dr. Oetker, der wegen seines "digitalen Kinderfangs" kritisiert wurde. Die Frühstücksflocken "Kosmo-Stars" von Nestlé landeten mit 20,6 Prozent auf Rang drei. Ihnen warf Foodwatch vor, die Portionsgrößen kleinzurechnen, um einen kleineren Zuckergehalt pro Portion auszuweisen. Auf Platz vier folgte mit 9,7 Prozent der Joghurt "Monsterbacke Knister" von Ehrmann, der stark gezuckert sei und wie Spielzeug vermarktet werde. Auf Platz fünf fanden sich mit 5,2 Prozent die angeblich "kindgerechten" Kartoffelchips "Pom-Bär" von Funny-Frisch/Intersnack.

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