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GM und Peugeot verbünden sich
Eine rätselhafte Kooperation
Die angekündigte Kooperation zwischen General Motors und PSA Peugeot Citroën wirft viele Fragen auf. Viele Experten in den USA sind skeptisch und ratlos, warum GM sich auf den Deal einlässt. Der weltgrößte Autokonzern sei mit seinen bisherigen Beteiligungen in Europa nie besonders erfolgreich gewesen.
Von Sabine Müller, HR-Hörfunkstudio Washington
"Hören sie dieses Geräusch?", fragte ein amerikanisches Internet-Blog am Dienstag, als sich die General Motors (GM) und PSA Peugeot Citröen Gerüchte verdichteten, "das sind Analysten, die sich am Kopf kratzen". Und auch nach der offiziellen Verkündung der neuen Zusammenarbeit herrschen bei vielen Experten in den USA Ratlosigkeit und Skepsis. "Warum macht GM das?", wird gefragt.
GM und Peugeot kooperieren - Was bedeutet das für Opel?
S. Müller, HR Washington
01.03.2012 04:37 Uhr
Keine überzeugende Antwort
Die Antwort der Konzernführung überzeugt längst nicht alle. "Diese weitreichende, weltweite Allianz wird beide Firmen wettbewerbsfähiger machen und für langfristige, nachhaltige Profitabilität vor allem in Europa sorgen", sagte GM-Chef Dan Akerson auf einer Telefonkonferenz. Er kündigte an, durch gebündelten Teile-Einkauf und die gemeinsame Entwicklung von Fahrzeug-Plattformen, Komponenten und Modulen sollten mittelfristig jährlich etwa 1,5 Milliarden Euro an Kosten eingespart werden.
Analyst Mark Stover von der New Yorker Firma Guggenheim Securities sieht die erhofften positiven Auswirkungen skeptisch. Er argumentiert, PSA brauche GM, aber GM braucht PSA nicht. "Es ist für mich nur schwer erkennbar, wie dieser Deal GM in Europa hilft", erklärt er. Er und andere verweisen darauf, diese Vereinbarung gehe nicht an das Hauptproblem heran, das die europäischen GM-Töchter Opel und Vauxhall sowie Peugeot und Citroën plagt: die Überkapazitäten, die zurzeit bei etwa 25 Prozent liegen.
Fabriken sind nicht ausgelastet
Das heißt: Es gibt zu wenig Interessenten für die Autos und deshalb sind die Fabriken nicht ausgelastet. Ob die neue transatlantische Zusammenarbeit ein Erfolg wird, hänge vor allem davon ab, ob man die politischen Hürden überwinde und Werksschließungen erreiche, meint Investment-Manager Mirko Mikelic. "Peugeot strauchelt und Opel strauchelt", sagt er. Man könne aber nicht zwei schwächelnde Firmen zusammentun und Wunder erwarten.
Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer über die Allianz von GM und Peugeot
EinsExtra 10:00 Uhr, 01.03.2012
Das tut GM auch ganz offensichtlich nicht. Strategie-Chef Steven Girsky sagte bei der Telefonkonferenz sehr klar: Diese Allianz ersetze nicht die Bemühungen, das Europageschäft wieder profitabel zu machen. Sie sei nur ein weiteres Werkzeug im Werkzeugkasten. Stellenstreichungen oder Werksschließungen erwähnten Girsky und Akerson nicht.
Weil die neue Kooperation vielen Beobachtern so wenig sinnvoll erscheint, blühen in amerikanischen Internet-Blogs wilde Spekulationen: Ist das etwa ein Schritt in Richtung Verkauf von Opel? Oder hat GM vielleicht vor, die wichtige Arbeit, die das Opel-Entwicklungszentrum in Rüsselsheim leistet, zu PSA zu verlagern und Opel in die Insolvenz zu schicken? Viele Kommentatoren rechnen damit, dass die GM-Allianz mit PSA nicht gut ausgehen wird - denn, so die Argumentation, General Motors sei mit seinen bisherigen Beteiligungen in Europa nie besonders erfolgreich gewesen.
Automobilkonzerne General Motors und Peugeot planen Allianz
J. Duchrow, WDR Paris
29.02.2012 19:38 Uhr
Stand: 01.03.2012 05:16 Uhr
