Zündschlossskandal: GM will Opfer entschädigen

Skandal um defekte Zündschlösser GM will Opfer entschädigen

Stand: 05.06.2014 17:06 Uhr

Nach dem Skandal um jahrelang vertuschte Probleme mit defekten Zündschlössern hat die Chefin des US-Autokonzerns General Motors, Mary Barra, nun Konsequenzen angekündigt. 15 Mitarbeiter mussten GM verlassen, außerdem soll es ein Entschädigungsprogramm geben.

"Das hätte niemals passieren dürfen"

GM-Zündschloss (Bildquelle: REUTERS)
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An 2,6 Millionen GM-Fahrzeugen müssen die Zündschlösser ausgetauscht werden.

"15 Mitarbeiter, die sich falsch verhalten haben, sind nicht länger im Unternehmen", sagte Konzernchefin Barra bei der Vorstellung eines internen Berichts über das Debakel. Sie hätten falsche Entscheidungen getroffen oder nichts getan, obwohl sie von Problemen gewusst hätten. Es habe eine Serie von Fehlern gegeben, erklärte Barra vor rund 1200 Mitarbeitern im Entwicklungszentrum in Warren nahe Detroit. "Das Lesen des Berichts hat mich tief traurig gemacht und verstört", sagte Barra und entschuldigte sich abermals bei Hinterbliebenen und Unfallopfern. "Das hätte niemals passieren dürfen."

Der Bericht habe jedoch festgesellt, dass die technischen Probleme nicht bewusst vertuscht worden seien. Dadurch wurde auch Barra entlastet. "Wir werden ein Entschädigungsprogramm auflegen", versprach sie, ohne eine Summe oder Details zu nennen.

GM drohen Milliardenzahlungen

GM-Chefin Mary Barra (Bildquelle: REUTERS)
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GM-Chefin Mary Barra entschuldigte sich erneut für den Zündschlossskandal.

Der Defekt bewirkt, dass der Zündschlüssel von zahlreichen Fahrzeugen während der Fahrt zurückspringen kann, was unter anderem auch Airbags, Bremskraftverstärker und Servolenkung abschaltet. Der Konzern rief deswegen 2,6 Millionen Wagen der Baujahre 2003 bis 2007 zurück.

Dem Unternehmen wird vorgeworfen, die Lösung des Problems verschleppt zu haben. Offenbar hatten Ingenieure bereits ab 2001 Kenntnis von den defekten Zündschlössern. Vergangenen Monat akzeptierte General Motors die Zahlung einer Geldbuße von 35 Millionen Dollar an die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA. Auch der US-Kongress und das Justizministerium untersuchen derzeit das Vorgehen von GM, außerdem wurden eine Reihe von Schadensersatzklagen gegen den Konzern eingereicht. Hier könnten General Motors Milliardenzahlungen drohen. Mit dem Konstruktionsmangel werden laut GM Unfälle mit 13 Toten in Verbindung gebracht. Verbraucherschützer gehen dagegen von deutlich mehr Toten aus.

Stefan Niemann, ARD Washington, zu den Konsequenzen
tagesschau24 14:30 Uhr, 06.06.2014

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