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Bundeswirtschaftsminister Michael Glos wird heute offiziell seinen Rücktritt einreichen. Das sagte er nach einem Gespräch mit dem CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer. Seehofer werde dann einen Nachfolger bekannt geben, teilte Glos nach der Unterredung in der bayerischen Staatskanzlei mit: "Es gibt eine sehr gute Lösung, die ich sehr gut mittragen kann".
Nach Informationen der Münchener "Abendzeitung" soll CSU-Generalsekretär Karl-Theodor zu Guttenberg neuer Bundeswirtschaftsminister werden. Die Zeitung beruft sich auf Informationen aus der CSU-Spitze. Nachfolger Guttenbergs als CSU-Generalsekretär werde der Europa-Abgeordnete und niederbayerische CSU-Chef Manfred Weber. Die Deutsche Presse-Agentur berichtete dagegen, der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon sei als Glos-Nachfolger vorgesehen. Aber auch die Namen von anderen CSU-Politikern waren zuvor genannt worden.
Der Berliner CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer sagte nach dem Treffen von Seehofer und Glos, es habe eine Einigung "in allerbestem Einvernehmen, völlig zielsicher" gegeben. Gestern hatte Seehofer den Rücktrittswunsch des Ministers noch abgelehnt.
Nach ARD-Informationen hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Seehofer dann am Sonntag auf den neuen Kurs verständigt. Merkel äußerte sich in der Angelegenheit bisher nicht öffentlich.
Glos selbst sagte bei einer CSU-Veranstaltung im Fichtelgebirge, mit der Ankündigung, sein "stressiges Ministeramt" aufgeben zu wollen, habe er der CSU Gelegenheit geben wollen, vor der Bundestagswahl einen Nachfolger zu bestimmen. "Das ist etwas ganz Natürliches. Ich werde alles tun, dass die CSU dadurch keinen Schaden nimmt", sagte er.
Mehrere CSU-Vorstandsmitglieder sagten dem Bayerischen Rundfunk, Glos habe mit seinem Alleingang Seehofer düpieren wollen. Diesem sei nichts anderes übrig geblieben, als den Rücktritt von Glos zunächst abzulehnen - schon um Zeit zu gewinnen.
Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier hatte zuvor im Bericht aus Berlin die Union aufgefordert, die Angelegenheit rasch zu klären: "Da muss wieder Ordnung rein."

Der Minister hatte seinen Rücktrittswunsch mit der von Seehofer angestrebten Verjüngung der Partei begründet: "Bereits vor dem großen Neuanfang in der Bayerischen Staatsregierung und an der Parteispitze hatte ich dir angeboten, auch über mein Ministerium disponieren zu können", schreibt Glos in seiner Erklärung, die die "Bild am Sonntag" veröffentlicht hatte. Neben den parteipolitischen nannte er auch persönliche Gründe für seinen Rücktrittswunsch.
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