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Anhaltende Trockenheit in den USA
Extremwetter lässt Getreidepreise steigen
Wegen der anhaltenden Trockenheit in den USA sind die Preise für Getreide an den Börsen deutlich angestiegen. In den vergangenen drei Wochen habe sich alleine Weizen um etwa 30 Prozent verteuert, sagt Finanzanalyst Johann Schmalhofer: "Die Preise explodieren regelrecht."
Ein Drittel aller Maispflanzen sind verdorrt
Auch Sojabohnen erreichten an der US-Terminbörse CBOT in Chicago diese Woche einen neuen Rekordpreis. Mais ist so teuer wie seit vier Jahren nicht mehr - mehr als ein Drittel der Maispflanzen in den USA sind verdorrt.
Das US-Landwirtschaftsministerium korrigierte seine Ernteprognosen deutlich nach unten. "Vor einigen Wochen war die Situation noch ruhig, mittlerweile ist sie besorgniserregend", zitiert die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg den FAO-Experten Abdolreza Abbassian.
Und die Preise könnten weiter steigen, denn eine Änderung des Wetters ist nicht absehbar, sagte Leon Leschus, Rohstoffexperte beim Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut. Beim Weizen werde die Situation zusätzlich durch eine Dürre in Russland verschärft. Im Gegensatz zum letzten Versorgungsengpass bei den Agrarrohstoffen 2008 sei aber zumindest Reis in ausreichender Menge vorhanden.
USA erleben schwerste Dürre seit 25 Jahren
tagesschau 20:00 Uhr, 19.07.2012, Tina Hassel, ARD Washington
Auswirkungen für deutsche Verbraucher ungewiss
Auch die Bauern in Deutschland leiden unter den schlechten Wetterbedingungen - auch wenn hierzulande nicht die Trockenheit, sondern der anhaltende Regen die Ertragsaussichten trübt. Der neue Bauernpräsident Joachim Rukwied prognostizierte deswegen schon Anfang Juli eine "eher unterdurchschnittliche Ernte". Positiv wirkt sich der Regen dagegen auf Mais, Zuckerrüben und Wiesengras zum Füttern aus.
Die hohen Weltmarkt-Preise für Getreide dürften die Verbraucher in Deutschland allerdings nur in stark abgemilderter Form zu spüren bekommen, meint Rohstoffexperte Leschus. "Für einen Bäcker oder einen Einzelhändler spielen zum Beispiel Lohnkosten, Mieten oder Energiekosten eine größere Rolle als der Mehlpreis". Finanzanalyst Schmalhofer befürchtet dagegen auch in Europa eine Verteuerung: "Wenn in den USA die Preise steigen, gehen sie kurz darauf auch in Europa hoch", sagt Schmalhofer. Die Lebensmittelhersteller und Supermärkte könnten die Steigerungen dabei nur für kurze Zeit abfedern - am Ende würden die Verbraucher zur Kasse gebeten.
Stand: 22.07.2012 13:43 Uhr
