Zentrale der chinesischen Notenbank | Bildquelle: picture alliance / dpa

Chinas Zentralbank will Märkte beruhigen Vage Worte gegen die Krisenangst

Stand: 25.06.2013 15:54 Uhr

Die chinesische Zentralbank kämpft gegen die weltweite Angst vor einer Finanzkrise in der Volksrepublik. Angesichts der Turbulenzen der vergangenen Tage signalisierte die Notenbank, dass sie eine Kreditklemme verhindern wolle. Ling Tao, Vize-Chef der Zentralbankregion Schanghai, erklärte, dass ein angemessenes Kreditwachstum sichergestellt werden solle. Die Zentralbank teilte zudem mit, sie habe bereits Banken mit einem finanziellen Engpass Geld zur Verfügung gestellt und werde dies auch weiter tun.

Keine Flut frischen Geldes mehr

Kurstafel in Schanghai | Bildquelle: dpa
galerie

Seit der Ankündigung der Zentralbank vorige Woche nimmt die Unruhe an den Märkten zu.

Vorige Woche hatte Chinas Zentralbank mit der Ankündigung für Aufsehen gesorgt, die Kreditvergabe im Land eindämmen und deshalb weder neue Banknoten drucken noch den Leitzins senken zu wollen. Gestern rief sie nochmals alle Banken auf, ihre verfügbaren Geldreserven besser zu organisieren. Die Weigerung der Notenbank, auch in Zukunft sehr viel frisches Geld in die Märkte zu pumpen, sorgt bei den Banken seit Tagen für Unruhe. Sie versuchten, sich bei anderen Geldhäusern einzudecken. Die Zinsen für kurzfristige Darlehen der Institute untereinander schossen vorige Woche bis auf 25 Prozent nach oben. Sogar Gerüchte über drohende Pleiten machten die Runde. Kursverluste an den Börsen folgten.

Bei einer Pressekonferenz versuchte nun der Zentralbank-Vertreter Tao, die Situation zu beruhigen. "Die Liquiditätsrisiken im Bankensystem sind derzeit unter Kontrolle", versicherte er und kündigte zudem an: "Wir werden die Markterwartungen stabilisieren und die Marktzinsen auf ein vernünftiges Niveau bringen." Taos Aussagen deuteten Anleger so, dass die Notenbank doch bereit sei, im Notfall einzugreifen und die Banken im Fall einer drohenden Kreditklemme nicht allein zu lassen.

Angst vor den Folgen von Bankenpleiten

Dennoch besteht die Angst, dass vor allem kleinere Banken mit hohen Kreditvolumen ohne Unterstützung der Zentralbank pleite gehen zu können. Das könnte zu einem Dominoeffekt in der gesamten Branche führen. Die Folgen wären dann auch für die restliche Wirtschaft und wichtige Handelspartner wie Deutschland spürbar.

Gerade vor diesem Hintergrund zielt Chinas Notenbank darauf auf, die Geldhäuser zu mehr Vorsicht bei der Kreditvergabe zu zwingen, fragwürdige Anlageprodukte einzudämmen und einer Immobilienblase vorzubeugen. Ein Problem der Volksrepublik besteht zudem in einer Art Schattenwirtschaft bei der Kreditvergabe. Ein Beispiel dafür sind große Staatsfirmen, die sich zu günstigen Bedingungen Geld leihen und dann zu deutlich höheren Zinsen an kleine Firmen weiterreichen, die anderswo kein Geld bekämen. Allein dieser Markt summiert sich Schätzungen zufolge in China auf 3,7 Billionen Dollar.

Chinas Geldpolitik
tagesschau24 16:00 Uhr, 25.06.2013, Jörg Jelinnek, DW

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Darstellung: