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Wirtschaft
Gas
Gas-Vertrag zwischen Ukraine und Russland steht
Gas könnte bald wieder fließen

Moskau und Kiew unterzeichnen Gas-Vertrag

Russland und die Ukraine haben das Ende ihres Gasstreits mit einem neuen Abkommen besiegelt. Im Beisein des russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin und seiner ukrainischen Kollegin Julia Timoschenko unterzeichneten die Chefs der Konzerne Gazprom und Naftogaz die Vereinbarung in Moskau.

Timoschenko und Putin bei der Übergabe der Vertragsdokumente in Moskau. (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Timoschenko und Putin bei der Übergabe der Vertragsdokumente in Moskau. Der Streit sei beigelegt, versicherten beide. ]
Putin erklärte, er erwarte eine baldige Wiederaufnahme der Gaslieferungen über die Ukraine. Gazprom habe die Anweisung erhalten, die Lieferungen in vollem Umfang über die Pipelines aufzunehmen, die die Ukraine dafür angebe.

"Ich hoffe, dass wir heute den Schlusspunkt gesetzt haben", fügte Putin hinzu. Timoschenko versprach: "In den kommenden Jahren gibt es keinen Streit mehr über Gaspreise und Lieferungen". Putin erklärte, der Vertrag gelte für zehn Jahre. Es gebe künftig keine Zwischenhändler mehr.

EU-Kommission bleibt skeptisch

Eine Gasdruckanzeige an der Pipeline von Gasprom in Bojarka in der Nähe von Kiew, Ukraine (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Erst wenn der Druck wieder auf das normale Maß steigt, gibt sich die EU zufrieden. ]
Die Europäische Union fordete in einer ersten Reaktion eine Angabe darüber, wann genau die Gaslieferung wieder aufgenommen wird. Die EU-Beobachter würden dies dann überprüfen, teilte die EU-Kommission mit. Sie verlange die schnellstmögliche Wiederaufnahme der Gaslieferungen. Angesichts kalter Temperaturen sei die Lage angespannt.

Da die Europäische Union seit 7. Januar kein russisches Gas mehr über die Ukraine erhält, hatte sich vor allem in Südosteuropa der Gas-Notstand bis an den Rand einer Energiekrise zugespitzt.

Ab 2010 gelten Marktpreise

Die Ukraine und Russland hatten sich gegenseitig vorgeworfen, für das Dilemma verantwortlich zu sein. Den Durchbruch in dem Konflikt hatten Putin und Timoschenko in Moskau bei einem Gipfeltreffen in Moskau in der Nacht erzielt.

Die Ukraine soll von 2010 an in Europa übliche Marktpreise für das Gas aus Russland bezahlen. In diesem Jahr erhält die Ukraine noch einen Rabatt von 20 Prozent auf den Marktpreis. Voraussetzung ist laut der Vereinbarung vom Wochenende, dass die Ukraine den Transit des russischen Gases ebenfalls weiterhin zu vergünstigten Bedingungen organisiert. Bisher zahlt Russland für den Transport von 1000 Kubikmetern Gas je 100 Kilometer 1,7 Dollar. Die Ukraine wollte den Preis auf mehr als zwei Dollar anheben. Konkrete Summen zu Gaspreisen wurden zunächst nicht genannt.

Interview:

Weitere Meldungen "Ein Konsortium sollte die Ukraine-Pipeline übernehmen",

meint Klaus Mangold vom Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft. [mehr]

Stand: 19.01.2009 16:56 Uhr
 

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