Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

30.05.2012

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
Inhalt
Wirtschaft
Gas
Russland und Ukraine einigen sich im Gasstreit
Gas soll bald wieder fließen

Russland und Ukraine einigen sich im Gasstreit

Regierungschef Putin und die ukrainische Amtskollegin Timoschenko. (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Russlands Regierungschef Putin und seine Kollegin Timoschenko verkünden das Ergebnis. ]
Der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine ist offenbar beigelegt. Der russische Regierungschef Putin und die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko verkündeten nach stundenlangen Verhandlungen vor Journalisten die Beilegung des Konflikts, berichtete die Agentur Interfax. Das Gas aus Russland soll nach eineinhalbwöchigem Lieferstopp von Montag an wieder über die wichtigste Transitstrecke durch die Ukraine nach Westen fließen.

Die Ukraine soll von 2010 an in Europa übliche Marktpreise für das Gas aus Russland bezahlen. Bisher erhielt die Ukraine einen Vorzugspreis, den Russland künftig aus Wettbewerbsgründen aber nicht mehr gewähren will. Putin stellte allerdings für dieses Jahr noch einmal einen Rabatt von 20 Prozent in Aussicht. Voraussetzung sei, dass die Ukraine den Transit des russischen Gases ebenfalls weiterhin zu vergünstigten Bedingungen organisiere. Bisher zahlt Russland für den Transport von 1000 Kubikmetern Gas je 100 Kilometer 1,7 Dollar. Die Ukraine wollte den Preis auf über zwei Dollar anheben. Konkrete Summen zu Gaspreisen wurden zunächst nicht genannt.

Lieferungen für Montag in Aussicht gestellt

Gas-Pipeline an der ukrainischen Grenze (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Ab Montag soll das Gas wieder fließen. ]
Der russische Staatsmonopolist Gasprom und der ukrainische Energieversorger Naftogas sollen die Verträge nun schriftlich aufsetzen. "Nach Unterzeichnung der Dokumente werden die Lieferungen aufgenommen", erklärte Timoschenko. Der Termin sei für Montag festgesetzt. Gazprom-Chef Alexej Miller und Oleg Dubina von Naftogas hatten wie auch die Energieminister beider Länder an den Verhandlungen teilgenommen.

Zuvor war der ein Gas-Gipfel im Kreml ohne greifbares Ergebnis zuende gegangen. Die Europäische Union hatte zuletzt deutlich Druck auf die Ukraine und Russland ausgeübt, den Dauerstreit um Gaspreise und Lieferbedingungen endlich beizulegen. Da die Europäische Union seit 7. Januar kein russisches Gas mehr über die Ukraine erhält, hatte sich vor allem in Südosteuropa der Gas-Notstand bis an den Rand einer Energie-Krise zugespitzt.

Interview:

Weitere Meldungen "Ein Konsortium sollte die Ukraine-Pipeline übernehmen",

meint Klaus Mangold vom Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft. [mehr]

Konsortium westlicher Gasversorger

Es zeichnete sich zudem ab, dass mehrere westliche Gasversorger ein Konsortium bilden wollen, um der finanziell angeschlagenen Ukraine zu helfen. Der Zusammenschluss westlicher Energieunternehmen soll "technisches Gas" von Russland erwerben, das Kiew benötigt, um die Verdichterstationen an den Transitpipelines zu betreiben. Dabei handelt es sich um 21 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag und Kosten von umgerechnet einer halben Milliarde Euro für das erste Quartal. Die großen europäischen Gasimporteure E.ON-Ruhrgas, ENI (Italien) und Gaz de France bestätigten in einer Mitteilung Pläne für einen "Kompromissvorschlag", ohne Einzelheiten zu nennen.

Fragen & Antworten:

Weitere Meldungen Gasstreit

Woher kommt das Gas für Deutschland? Wer ist besonders von der Krise betroffen? Und kann Europa unabhängiger werden? [mehr]

Stand: 18.01.2009 02:06 Uhr
 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW