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Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat Forderungen der Gewerkschaften nach einer Frauenquote für Führungspositionen in der Wirtschaft zurückgewiesen. "Eine starre gesetzliche Quote zur Förderung von Frauen in Führungspositionen ist falsch", sagte Hundt dem "Hamburger Abendblatt". Das Ziel, mehr Frauen in deutschen Chefetagen zu beschäftigen, lasse sich nicht gesetzlich erzwingen.
[Bildunterschrift: Eine gesetzliche Quote bezeichnete Arbeitgeberpräsident Hundt als "falsch". ]
Für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf seien vielmehr flexible Arbeitszeiten wichtig, sagte Hundt. "Auch der Staat muss die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern", fügte er hinzu. Bei der Kinderbetreuung gebe es erheblichen Nachholbedarf, weil "Investitionen in die Infrastruktur" fehlten.
Zuletzt hatte der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Michael Sommer, eine Frauenquote gefordert. "Unsere Erfahrungen mit freiwilligen Selbstverpflichtungen sind ausgesprochen schlecht", sagte DGB-Chef Michael Sommer Ende März der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Selbst vollmundige Ankündigungen - wie die der Telekom - erweisen sich bislang als heiße Luft."
Im März waren die Bemühungen der Bundesregierung gescheitert, mit der Wirtschaft einen Konsens über eine Frauenquote für Führungspersonal zu erzielen. Ein Vier-Stufen-Plan von Familienministerin Kristina Schröder zur Einführung einer solchen Quote wurde bei einem Spitzentreffen von führenden Wirtschaftsvertretern abgelehnt. Stattdessen kündigten die 30 DAX-Unternehmen an, im Laufe des Jahres individuelle Zielvorgaben für ihre Firmen zu veröffentlichen. "Wir werden nicht eine Quote haben, sondern wir werden in diesem Jahr 30 Zielvorgaben der 30 DAX-Unternehmen erfahren", sagte Ministerin Schröder. Sie zeigte sich erfreut über dieses Ergebnis - auch wenn ihr Stufenplan nicht beschlossen wurde.
Die EU-Kommission will schneller handeln: EU-Justizkommissarin Viviane Reding schrieb an Schröder, dass ihre Geduld Grenzen habe. "Die Europäische Kommission steht ab März 2012 bereit, erforderlichenfalls mit rechtlichen Instrumenten einzugreifen, falls sich die Lage bis dahin nicht wesentlich verbessert", hieß es in dem Brief.
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen sprach von einem Treffen mit "Licht und Schatten". Die Ergebnisse seien "nicht konkret genug", kritisierte sie. "Wir lassen nicht locker", erklärte Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Es gebe derzeit keinen Konsens in der Bundesregierung. Auch sie rückte von Schröders Stufenplan ab und forderte, der Druck auf die Unternehmen müsse weitergehen.
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