Proteste in Frankreich | Bildquelle: dpa

Demonstrationen in Frankreich Tausende protestieren gegen Arbeitsmarktreform

Stand: 09.03.2016 15:29 Uhr

Präsident François Hollande und Premier Manuel Valls wollen die Rekordarbeitslosigkeit in Frankreich bekämpfen: Um das zu erreichen soll unter anderem der Arbeitsmarkt flexibler gestaltet werden. Doch es gibt Kritik, Tausende gingen gegen die Reform auf die Straße.

In Frankreich protestieren Gewerkschaften, Studentenverbände und Schüler gegen eine geplante Arbeitsmarktreform der sozialistischen Regierung. Tausende Angestellte, Studenten und Schüler gingen in mehreren Städten auf die Straße, um gegen das im linken Lager als zu arbeitgeberfreundlich kritisierte Reformvorhaben zu protestieren. Nach Angaben der größten Gewerkschaft CGT waren im ganzen Land mehr als 140 Demonstrationsmärsche angesetzt.

Auch Schüler und Studenten beteiligen sich

Landesweit blockierten Jugendliche nach Angaben einer Schülerorganisation rund 100 Schulen. "Das ist der erste Tag der Mobilisierung", sagte der Chef der Gewerkschaft Force Ouvrière (FO), Jean-Claude Mailly, dem Sender RTL. Er warf der Regierung von Präsident François Hollande vor, mit der geplanten Arbeitsmarktreform das Arbeitsrecht in Frage zu stellen.

Landesweite Proteste in Frankreich
tagesschau 17:00 Uhr, 09.03.2016, Ellis Fröder, ARD Paris

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Durch einen Streik im Bahnverkehr war der Zugverkehr in ganz Frankreich stark gestört. Laut einer Sprecherin des Bahnkonzerns SNCF fielen je nach Region bis zu zwei Drittel aller Fernzüge aus. Auch im Regionalverkehr fuhr nur jeder dritte Zug. Der Nahverlehr rund um die Hauptstadt Paris war am Morgen stark eingeschränkt. Die Behörden teilten am Vormittag mit, dass nur noch jeder dritte Zug in Richtung Paris fuhr.

Hollande und Valls wollen Arbeitsmarktreform

Präsident Hollande und Premierminister Manuel Valls wollen im Kampf gegen die Rekordarbeitslosigkeit in Frankreich den häufig als zu starr kritisierten Arbeitsmarkt reformieren. Sie wollen die 35-Stunden-Woche lockern, betriebsbedingte Kündigungen erleichtern und eine Obergrenze für Abfindungen bei sogenannten ungerechtfertigten Entlassungen einführen. Die Arbeitslosigkeit ist in Frankreich seit Jahren hoch, sie liegt bei etwa zehn Prozent.

Die Pläne werden nicht nur bei Gewerkschaften, sondern auch innheralb der Regierungspartei, den Sozialisten, heftig kritisiert. Vertreter des linken Parteiflügels werfen der Regierung vor, ausschließlich Forderungen der Unternehmerverbände umzusetzen und dabei die Rechte von Arbeitnehmern zu schwächen.

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