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Ausstand der Vorfeld-Mitarbeiter in Frankfurt
Gewerkschaft kündigt neuen Flughafen-Streik an
Die Vorfeld-Beschäftigten am Frankfurter Flughafen haben ihre Drohung wahr gemacht und gleich für den Beginn der Woche einen neuen Streik angekündigt. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) rief ihre Mitglieder auf, von Montag 5.00 Uhr bis Dienstag 5.00 Uhr die Arbeit in der Verkehrszentrale, der Vorfeldkontrolle und der Vorfeldaufsicht niederzulegen.
Ein Sprecher der GdF begründete dies mit der "starren Haltung der Fraport AG". Diese lasse der Gewerkschaft "keine andere Wahl, als den Arbeitskampf mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln weiterzuführen".
Die Gewerkschafter liegen seit Monaten mit dem Flughafenbetreiber im Clinch und versuchen, Lohnerhöhungen für die 200 Flugzeug-Einweiser in Frankfurt auszuhandeln. Fraport hält die Forderungen für überzogen.
Am Freitag - dem zweiten Streiktag - hatten die Flugfeld-Beschäftigen ihre Arbeit von 8.00 bis 22.00 Uhr niedergelegt. Hunderte Flüge wurden gestrichen.
Streik der Vorfeldmitarbeiter: Hunderte Flüge abgesagt
tagesschau 20:00 Uhr, 17.02.2012, Gerrit Rudolph, HR
Die Arbeit der Vorfeld-Kontrolleure ist der GdF zufolge mit der Eröffnung der vierten Landebahn wesentlich anspruchsvoller geworden. Die Lohnentwicklung habe damit aber nicht Schritt gehalten, argumentieren die Arbeitnehmervertreter. Fraport hat die GdF-Forderungen als "extrem hoch" kritisiert. Sie liefen auf Entgelterhöhungen von bis zu 70 Prozent hinaus. Auch ein Kompromissvorschlag des als Schlichter eingesetzten früheren Ersten Hamburger Bürgermeisters Ole von Beust brachte keinen Durchbruch. Die Gewerkschafter hatten den Schlichterspruch angenommen, Fraport hatte sich jedoch gesperrt.
Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt kritisierte die GdF gegenüber der "Bild am Sonntag" scharf. Er warf ihr Erpressung vor, um "egoistisch Lohnerhöhungen von sage und schreibe 50 bis 70 Prozent" zu erreichen. Damit würde die Friedenswirkung des Tarifvertragssystems untergraben. "Wenn der Gesetzgeber nicht bald handelt und die Tarifeinheit wiederherstellt, drohen Nachahmer", sagte Hundt.
Kleine Gruppe, große Wirkung
Frankfurt ist mit täglich 1300 Starts und Landungen der zweitgrößte Flughafen in Europa hinter London-Heathrow. Die Flugfeld-Beschäftigten sind am Flughafen unverzichtbar. Sie sorgen etwa dafür, dass Jets die richtige Parkposition finden. So kann eine kleine Gruppe nun einen Riesen-Airport mit 70.000 Mitarbeitern teilweise außer Gefecht setzen.
Lufthansa und Fraport hatten sich daher bereits auf den Streik vorbereitet und zusätzliches Personal für die Arbeit auf dem Flugvorfeld geschult, nachdem auch der letzte Vermittlungsversuch in dem Tarifstreit Anfang Februar gescheitert war.
Stand: 20.02.2012 00:02 Uhr
