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Auf Druck von Trump Ford verzichtet auf Mexiko-Werk

Stand: 03.01.2017 20:42 Uhr

Immer wieder kritisierte Donald Trump den Autokonzern Ford für Pläne, ein neues Werk in Mexiko zu bauen. Nun hat Ford das Vorhaben abgeblasen und angekündigt, stattdessen im US-Bundesstaat Michigan zu investieren. Das soll 700 Jobs bringen.

Ford verzichtet auf ein neues Werk in Mexiko. Die Pläne für eine 1,6 Milliarden Dollar teure Fabrik seien gestoppt worden, teilte der US-Autobauer mit. Stattdessen sollen nun 700 Millionen Dollar in eine bestehende Fertigungsstätte in Flat Rock im US-Bundesstaat Michigan investiert werden.

Der künftige US-Präsident Donald Trump hatte Ford und andere US-Konzerne - darunter Apple - wiederholt aufgefordert, ihre Produkte in den USA statt im Ausland zu produzieren.

Neue Jobs für neue Technik

Die Expansion in Michigan werde direkt zur Schaffung 700 neuer Jobs führen, kündigte Ford an. Das Werk solle für die Fertigung von selbstfahrenden und elektrischen Autos erweitert werden.

Ford Motor Company @Ford
#Ford adds 700 new jobs at Flat Rock Assembly Plant in Mich. to produce high-tech electrified and autonomous vehicl… https://t.co/pZUx1FCMBN

Der Ausbau ist Teil einer bereits vor Monaten angekündigten, 4,5 Milliarden Dollar schweren Investitionsoffensive, mit der Ford bis zum Jahr 2020 seine Produktpalette bei innovativen Technologien - wie autonomem Fahren und Elektromobilität - verstärken will.

Attacke gegen GM

Nur Stunden vor der Ankündigung hatte Trump auch den größten US-Autobauer General Motors (GM) wegen Importen aus Mexiko attackiert.

GM-Zentrale in Detroit
galerie

GM-Zentrale in Detroit

"General Motors schickt in Mexiko gefertigte Modelle des Chevy Cruze steuerfrei über die Grenze zu US-Händlern. Produziert in den USA oder zahlt hohe Einfuhrsteuern!", twitterte der designierte US-Präsident.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
General Motors is sending Mexican made model of Chevy Cruze to U.S. car dealers-tax free across border. Make in U.S.A.or pay big border tax!

GM stellt die meisten Chevrolet Cruze im US-Bundesstaat Ohio her, einige Modelle werden jedoch aus Mexiko importiert.

"Amerika zuerst"

Trump, dessen Wahlkampf-Slogan übersetzt "Amerika zuerst" lautete, ist die Produktion von US-Unternehmen im Ausland ein Dorn im Auge.

Ford hatte er deshalb seit über einem Jahr für die nun abgeblasene Investition in Mexiko kritisiert. Das Unternehmen machte indes deutlich, dass man sich keineswegs komplett aus dem Land zurückziehen werde. Im Gegenteil kündigte Ford an, die neue Generation des Modells Focus in einem bereits bestehenden Werk im mexikanischen Hermosillo herzustellen, um die Profitabilität zu steigern.

Der künftige Präsident und seine Einwände wurden in der Ford-Mitteilung mit keinem Wort erwähnt. Eine Erklärung für den plötzlichen Sinneswandel lieferte das Unternehmen zunächst nicht. Trump hielt sich zu dem Thema vorerst ebenfalls relativ bedeckt und twitterte lediglich einen Bericht des Senders "Fox", wonach sich Ford mit der Investition in Michigan seinen Richtlinien füge.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
"@DanScavino: Ford to scrap Mexico plant, invest in Michigan due to Trump policies"
https://t.co/137nUo03Gl

Kurz darauf wurde auf seinem Twitter-Account erklärt, anstatt Jobs und Vermögen zu verlieren, werde Amerika nun ein Magnet für Innovation und Arbeitsplätze.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
Instead of driving jobs and wealth away, AMERICA will become the world's great magnet for INNOVATION & JOB CREATION.
https://t.co/siXrptsOrt

Ende November hatte Trump bereits mit einem umstrittenen Deal den zum US-Großkonzern United Technologies gehörenden Klimaanlagenbauer Carrier von der Verlagerung von Jobs abgehalten. Im Gegenzug für Subventionen stimmte das Unternehmen zu, rund 800 von 1400 Stellen, die nach Mexiko abwandern sollten, in den USA zu behalten.

Der Kompromiss wurde von Experten als teure Symbolpolitik kritisiert, doch im Carrier-Werk in Indianapolis wurde Trump dafür gefeiert.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 03. Januar 2017 um 19:40 Uhr

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