Ford | Bildquelle: REUTERS

US-Autobauer Streicht Ford 20.000 Stellen?

Stand: 16.05.2017 11:41 Uhr

Er werde mehr Jobs schaffen als je ein US-Präsident vor ihm, hat Trump im Wahlkampf wiederholt gesagt. Nun plant der zweitgrößte Autobauer des Landes offenbar einen massiven Stellenabbau: Laut Medienberichten will Ford 20.000 Stellen streichen - auch in den USA.

Der zweitgrößte US-Autobauer Ford plant laut einem Zeitungsbericht einen massiven Personalabbau. Um die Profitabilität zu erhöhen und die Aktionäre zufriedenzustellen, solle die weltweite Mitarbeiterzahl um rund zehn Prozent schrumpfen, schrieb das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eingeweihte Kreise in seiner Online-Ausgabe. Konkret geht es laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters um rund 20.000 Jobs in Nordamerika und Asien. Mit der Verkündung der Entscheidung sei noch diese Woche zu rechnen.

Ein Unternehmenssprecher von Ford bezeichnete den Bericht auf Nachfrage zwar als "Spekulation", die man nicht kommentieren wolle. Er bestätigte allerdings, dass der Konzern auf Kostensenkungen setze, um die Gewinnspannen zu erhöhen. Teil dieser Arbeit sei es, Ford so "schlank und effizient" wie möglich zu machen. Es seien aber noch keine neuen Personalmaßnahmen in diesem Zusammenhang angekündigt worden.

Absatzzahlen gehen zurück

Ford hat weltweit etwa 200.000 Mitarbeiter, rund die Hälfte davon in den USA, wo die Autokonjunktur nach einem jahrelangen Absatz-Boom zuletzt spürbar abgekühlt war. Auch Ford verkaufte weniger Autos: Im April ging die Zahl im Vorjahresvergleich um mehr als sieben Prozent auf knapp 215.000 Fahrzeuge zurück.

Sollte der Konzern im Heimatmarkt in großem Stil Stellen streichen, würde er einen Konflikt mit US-Präsident Donald Trump riskieren, der versprochen hatte, mehr Jobs zu schaffen als je ein US-Präsident zuvor und dabei mit deutlichen Worten Unterstützung von der heimischen Industrie gefordert hatte.

In Deutschland beschäftigt Ford nach eigenen Angaben knapp 24.000 Menschen: in Köln mehr als 17.300, in Saarlouis mehr als 6500.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. Mai 2017 um 11:30 Uhr in der "Wirtschaft".

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