Reisende warten in einem Terminal des Flughafen Tegel | Bildquelle: dpa

Verspätungen und Ausfälle Deutlich mehr Beschwerden über Flugreisen

Stand: 12.07.2018 09:04 Uhr

Der Flug startet mit Verspätung oder fällt ganz aus: Darüber haben sich in diesem Jahr viel mehr Fluggäste als sonst beschwert. Das belegen die Zahlen der zuständigen Schlichtungsstelle.

Die Beschwerden über Flugreisen bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) haben sprunghaft zugenommen. Im ersten Halbjahr 2018 gingen 7745 Schlichtungsanträge von Fluggästen ein. Das sind 45 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Für den deutlichen Anstieg der Fallzahl seien "ganz sicher auch die bereits seit einigen Monaten auftretenden Unregelmäßigkeiten im nationalen und europäischen Luftverkehr verantwortlich", erklärte SÖP-Geschäftsführer Heinz Klewe. "Die Kunden spüren die negativen Folgen der zahlreichen Flugverspätungen und Flugannullierungen hautnah und verlangen auf Basis der europäischen Passagierrechte dafür einen finanziellen Ausgleich."

Viele Gründe für Unregelmäßigkeiten

Es gibt eine Reihe von Gründen für Unregelmäßigkeiten. Die Fluggesellschaften nennen Engpässe bei den Flugsicherungen, Fluglotsenstreiks, lange Wartezeiten bei den Passagierkontrollen und eine Häufung von Unwettern.

Hinzu kommen die Folgen der Pleite von Air Berlin im vorigen Jahr. Die Lufthansa-Tochter Eurowings und Easyjet haben zwar die meisten Flugzeuge übernommen. Doch deren Ummeldung auf die neuen Eigentümer und Einbindung der Crews in die Flotten dauert einige Monate.

Rückgang der Beschwerden bei Bahnreisen

Auch über die Bahn gibt es wieder mehr Beschwerden. Bei den Bahnreisen gingen die Beschwerdezahlen in den Jahren 2014, 2015 und 2016 zurück. Der Trend hat sich nun wieder umgekehrt. Zu Bahnfahrten erhielt die SÖP im ersten Halbjahr 1473 Schlichtungsanträge, das waren 15 Prozent mehr als im der ersten Jahreshälfte 2017.

Ein Grund für die Zunahme der Beschwerden könnte laut SPÖ auch ganz einfach ihr steigender Bekanntheitsgrad sein.

Über dieses Thema berichtete am 12. Juli 2018 NDR Info um 07:15 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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