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Fraport und die Lufthansa wollen den geplanten Streik der Fluglotsen am Frankfurter Flughafen vor Gericht stoppen. Die Frankfurter Flughafenbetreibergesellschaft hat beim Arbeitsgericht Frankfurt am Main ein Verbot des für morgen geplanten Fluglotsenstreiks beantragt. Das Gericht berät zur Stunde, die Entscheidung soll noch im Laufe des Abends fallen.
Fraport begründete den Antrag auf einstweilige Verfügung damit, dass die von der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) angekündigte Einbeziehung der Fluglotsen im Tower in den Ausstand der Vorfeldmitarbeiter unverhältnismäßig sei. Man sehe in dem Ausstand einen Missbrauch der staatlichen Monopolstellung der Flugsicherung, erklärte ein Lufthansa-Sprecher. Der Streik würde die Nutzung des Luftraums erheblich beeinträchtigen.
[Bildunterschrift: Der Streik des Vorfeldpersonals hatte bisher nur relativ geringen Einfluss auf den Flugverkehr. ]
Die GdF hatte zuvor die Fluglotsen der Deutsche Flugsicherung (DFS) zu einem Solidarstreik aufgerufen. Laut der Gewerkschaft sollen morgen etwa zehn Lotsen im Frankfurter Tower von 05.00 Uhr bis 11.00 Uhr ihre Arbeit niederlegen, um den Forderungen der dort streikenden Vorfeldmitarbeiter Nachdruck zu verleihen. "Wir werden nicht ganz Deutschland bestreiken. Wir haben das auch gar nicht vor", sagte GdF-Sprecher Matthias Maas. Das würde dem vom Bundesarbeitsgericht verlangten Grundsatz der Verhältnismäßigkeit widersprechen.
Nach Frankfurt am Main wird demnächst wohl auch auf den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld gestreikt. Die Gewerkschaft ver.di kündigte Arbeitsniederlegungen von Bodendienstleiterm an, ohne einen Termin nennen zu wollen. Mit einem verbesserten Angebot der Arbeitgeber ist ein Warnstreik nach ihren Angaben aber "jederzeit zu stoppen".
Hintergrund sind die Tarifverhandlungen für die 1500 Beschäftigten des Dienstleisters Globeground. Sie kümmern sich an Deutschlands drittgrößtem Luftverkehrsstandort um die Passagier- und Gepäckabfertigung. Der Ausstand werde sehr kurzfristig angekündigt, um es dem Arbeitgeber zu erschweren, Ersatzpersonal zu beschaffen, sagte ver.di-Verhandlungsführer Jens Gröger. Verdi fordert für die Globeground-Beschäftigten vier Prozent mehr Geld für zwölf Monate. Der Arbeitgeber wolle die Entgelte dagegen einfrieren oder senken und plane Einschnitte im Manteltarif. Als die Beschäftigten vor zwei Jahren zuletzt streikten, startete in Tegel und Schönefeld nur jede dritte Maschine.
Bisher hatten lediglich die in der GdF organisierten Vorfeld-Beschäftigten gestreikt. Der Arbeitskampf am größten deutschen Flughafen hat seit Donnerstag vergangener Woche sein Ziel bislang offenbar verfehlt. Fraport hatte mit Ersatzmannschaften einen wachsenden Teil der Flüge aufrechterhalten können. Von Ausfällen betroffen waren vor allem innerdeutsche und europäische Verbindungen. Am Montag waren rund 200 von 1286 Verbindungen ausgefallen. Für heute strich die Lufthansa bereits 130 Verbindungen.
Fluggäste könnten sich jeweils ab dem Nachmittag des Vortags ihrer Reise im Internet über den Status ihres Fluges informieren. Dort würden gegebenenfalls auch alternative Flüge angeboten. Betroffene Fluggäste können zudem kostenfrei stornieren oder umbuchen.
Der Ausstand der etwa 200 Mitarbeiter soll zunächst bis Donnerstag 5.00 Uhr dauern. Bei dem Tarifkonflikt geht es um Gehälter, Arbeitszeiten und Zulagen für Beschäftige in Vorfeldkontrolle, Vorfeldaufsicht und Verkehrszentrale. Das Vorfeldpersonal ist eine kleine Berufsgruppe, die jedoch eine zentrale Rolle am Flughafen einnimmt. Sie weist Flugzeugen ihre Parkpositionen zu oder lotst sie dorthin.
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