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Auch der weltgrößte Flughafen fängt klein an: Auf Dubais neuem Super-Airport Al-Maktoum International wird die erste von sechs Startbahnen eröffnet. Die Fluglinien reagieren jedoch zögerlich. Selbst Dubais Airline "Emirates" behält ihren Sitz vorerst auf dem alten Flughafen.
Von Carsten Kühntopp, ARD-Hörfunkstudio Amman
Bescheidenheit war nie Dubais Stärke - und so heißt das Bauprojekt schlicht "Dubai World Central". Es soll ein weltweit einmaliges Logistikzentrum werden, Gesamtfläche: 140 Quadratkilometer. Gesamtbaukosten: etwa 33 Milliarden US-Dollar. Dazu gehört unter anderem der Flughafen Al-Maktoum International, benannt nach der Herrscherfamilie und bei seiner Fertigstellung in einigen Jahren der größte Airport der Welt - mit einer jährlichen Kapazität von 120 Millionen Passagieren und zwölf Millionen Tonnen Fracht. Die erste von insgesamt sechs Start- und Landebahnen von Al-Maktoum International ist fertig. Nun beginnen dort Frachtflüge.
Mag sein, dass die Zeiten für die Einweihung neuer Airports schon mal besser waren. Dubais Herrscher, Scheich Mohammed bin Rashid al-Maktoum, glaubt aber, dass sein Emirat aus dem Gröbsten raus ist. Scheich Mohammed vor wenigen Tagen zu CNN: "Das Schlimmste ist hinter uns. Jetzt erwarten wir neues Wachstum. Dafür müssen wir gewappnet sein, und wir müssen die Gelegenheit nutzen und schneller als der Rest der Welt sein."
Al-Maktoum International liegt am Stadtrand, in der Nähe von Jebel Ali, dem größten Seehafen des Nahen Ostens. Das soll Umschlagzeiten zwischen Flugzeugen und Schiffen von unter einer Stunde möglich machen. Dubai wäre damit eines der effizientesten Logistikdrehkreuze der Welt. Doch momentan ist offen, welche Airline überhaupt bereit ist, ihr Frachtgeschäft jetzt vom alten Flughafen in Dubai zum neuen zu verlegen - obwohl die Betreiberfirma mit finanziellen Anreizen lockt. Selbst "Emirates", Dubais eigene Airline, bleibt vorerst am alten Flughafen, bis 2022, mindestens.
Wie schwierig die Zeiten für das Glitzer-Emirat nach wie vor sind, zeigt diese Zahl: Derzeit liegen in Dubai Bauprojekte im Wert von 298 Milliarden Dollar auf Eis. Scheich Mohammed verspricht jedoch, dass alles, was man angefangen habe, auch fortgesetzt werde: "Ich nenne es nicht 'Rezession', ich nenne es eine Herausforderung. Früher war jeder Tag für uns eine Herausforderung: die Herausforderung, Wasser zu finden oder etwas zu essen. Ohne Herausforderungen ist das Leben langweilig! Nein, Dubai und dem Rest des Landes geht es gut. Gewiss ist es eine Rezession und eine Herausforderung, aber wir nehmen sie an."
[Bildunterschrift: Von Krise keine Spur: Emirates hat weitere Airbus A380 bestellt. ]
Der anhaltende Erfolg von "Emirates" scheint dem Herrscher recht zu geben: Für das vergangene Jahr meldete die Airline 21 Prozent mehr Passagiere und einen Gewinn von fast einer Milliarde Dollar. Daraufhin bestellte man bei Airbus weitere A380, nun hat man insgesamt 90 Maschinen dieses Typs geordert. Wenn es weltweit wieder aufwärts geht, ist Dubai gut aufgestellt, sagt Scheich Mohammed: "Wir schreiten bereits voran. Die Struktur ist da: Brücken, Straßen, Tunnel, alles. Das müssen wir nicht erst bauen. Wir sind dazu bereit, mit dem Land wieder vorwärts zu gehen."
In der Tat dürfte Dubais Infrastruktur der von Wettbewerbern wie Abu Dhabi oder Doha um Jahre voraus sein. Am Problem, vor dem Al-Maktoum International heute steht, ändert das wenig: Wenn jetzt nicht zahlreiche Airlines ihr Frachtgeschäft dorthin verlegen, dürfte es schwer werden, Investoren zu überreden, die nächste Baustufe des Projekts zu finanzieren.
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