Passagiere warten in der Abflughalle am Flughafen vor einer Anzeigetafel. | Bildquelle: dpa

Druck auf Arbeitgeber Ver.di kündigt Warnstreiks an Flughäfen an

Stand: 09.04.2018 11:27 Uhr

Flugreisende müssen sich morgen auf Probleme einstellen: Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat angekündigt, die Flughäfen in Frankfurt/Main, München, Köln und Bremen bestreiken zu wollen.

Im Tarifstreit um die Bezahlung im öffentlichen Dienst will ver.di vor der dritten Verhandlungsrunde den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen: An vier Flughäfen in Deutschland wird deswegen morgen gestreikt. Wie ver.di-Chef Frank Bsirske in Berlin mitteilte, sei mit starken Einschränkungen zu rechnen. An Flughäfen würden die Bodenverkehrsdienste und teilweise auch die Flughafenfeuerwehr bestreikt. In allen Bundesländern werde es außerdem zum Teil flächendeckende Warnstreiks im öffentlichen Dienst der Kommunen und des Bundes geben.

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport teilte mit, es würden "erhebliche Verzögerungen im Betriebsablauf sowie Flugausfälle" erwartet. Einige Kontrollstellen seien durch die Streiks geschlossen, so dass die Passagiere ihre Flüge an den betroffenen Gates nicht erreichen könnten. Es sei auch "ganztägig mit erhöhten Wartezeiten" zu rechnen. Reisende sollten sich bei ihren Fluggesellschaften über den Status ihres Flugs informieren.

Ver.di fordert sechs Prozent mehr Lohn

Auch in anderen Bereichen kommt es laut ver.di in den kommenden Tagen bundesweit zu massiven Warnstreiks. In Nordrhein-Westfalen werden demnach morgen unter anderem der Nahverkehr, Kitas, Versorgungsbetriebe und Stadtverwaltungen bestreikt. Bis zum 13. April müsse in allen Bundesländern mit Streikaktionen gerechnet werden.

Die Beschäftigten erhöhten den Druck, "damit die Arbeitgeber ihre Blockadehaltung endlich aufgeben", erklärte ver.di-Chef Frank Bsirske. "Die Wirtschaft boomt, und die Steuereinnahmen von Bund und Kommunen sind so hoch wie lange nicht mehr", sagte Bsirske. Die Beschäftigten an der guten wirtschaftlichen Entwicklung teilhaben zu lassen, sei nicht nur fair, sondern sichere auch die Zukunft des öffentlichen Diensts. Das liege im Interesse aller Bürger.

Ver.di fordert für die bundesweit 2,3 Millionen Beschäftigten sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Am Sonntag beginnt in Potsdam die dritte Verhandlungsrunde, die ein Ergebnis bringen soll.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. April 2018 um 11:00 Uhr in den Nachrichten.

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