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Aktionen gegen längere Flugdienstzeiten

Protestschlafen der Piloten

Piloten protestieren gegen neue Flugdienstzeiten
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In Frankfurt am Main protestierten Piloten und Kabinenpersonal gegen neue Flugdienstzeiten - im Schlaf.

Piloten und Flugbegleiter in Europa sind gegen die EU-Pläne für längere Dienstzeiten auf die Barrikaden gegangen. In rund 20 europäischen Städten und Flughäfen kam es am Sonntag zu Protesten. In Brüssel übergaben Piloten rund 100.000 Unterschriften gegen das Vorhaben an die zuständige EU-Kommission.

Am Frankfurter Flughafen beteiligten sich nach Angaben der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) 200 Piloten und Flugbegleiter an einer Demonstration. Etwa 50 von ihnen legten sich mit Decken in der Abflughalle A im Terminal 1 auf den Boden und stellten sich schlafend, um auf die Gefahr von Übermüdung aufmerksam zu machen. Aktionen gab es auch in Italien, Schweden, Österreich, den Niederlanden, Großbritannien und weiteren Ländern.

"Jeder fünfte Zwischenfall ist auf Übermüdung zurückzuführen"

"Ein übermüdeter Pilot ist ein gefährlicher Pilot", sagte Francis Nardy vom europäischen Pilotenverband Eurocockpit bei einer Pressekonferenz in Brüssel. "Man muss kein Wissenschaftler sein, um zu verstehen, dass ein Mensch nach 22 Stunden nicht mehr ausreichend leistungsfähig ist", betonte der Sprecher der deutschen VC, Jörg Handwerg. Bereits im Vorfeld hatte VC-Präsident Ilja Schulz darauf hingewiesen, dass schon heute in der Berufsluftfahrt mindestens jeder fünfte Zwischenfall am Boden oder in der Luft auf übermüdete Piloten zurückzuführen sei.

Piloten protestieren mit Schlaf in der Abflughalle gegen längere Dienstzeiten
tagesschau 20:00 Uhr, 22.01.2013

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EU-Kommission widerspricht

Landeanflug in Berlin-Schönefeld
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Die Landung fordert von den Piloten höchste Konzentration.

Die EU-Kommission, die im Frühling einen Gesetzesvorschlag auf Grundlage eines Entwurfs der europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) präsentieren will, wies die Kritik zurück. "Der Vorschlag ist ausgewogen und garantiert ein höchstes Sicherheitsniveau." Die Arbeitnehmervertreter vermischten ihr Interesse an guten Arbeitsbedingungen mit der Frage der Sicherheit. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) teilte diese Haltung: "Es ist eine Verunsicherung der Passagiere, wenn gewerkschaftliche Wünsche in der Öffentlichkeit als neutrale Sicherheitsstandards propagiert werden", kritisierte BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch.

22 Stunden ohne Schlaf - und dann landen

Der EASA-Entwurf sieht für Piloten in der Nacht Dienstzeiten von bis zu elf Stunden vor, in Ausnahmefällen sogar bis zu zwölf. Zudem sollen Piloten beispielsweise nach Bereitschaftsdiensten Flugzeuge landen dürfen, nachdem sie schon mehr als 22 Stunden wach sind.

Stand: 22.01.2013 17:01 Uhr

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