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Streik der Flugbegleiter bei der Lufthansa
UFO startet bundesweiten Ausstand
Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hat für heute erstmals zu einem bundesweiten Streik bei der Lufthansa aufgerufen. 24 Stunden lang sollen die Mitarbeiter ihre Arbeit niederlegen. Die Fluglinie rechnet damit, dass rund zwei Drittel der für diesen Tag ursprünglich geplanten 1800 Flüge ausfallen werden. Daran würde auch ein erstes Gespräch der beiden Konfliktparteien nichts ändern. Gestern Abend hatten Lufthansa und UFO erstmals seit dem Scheitern der Tarifverhandlungen Mitte August wieder Kontakt miteinander aufgenommen.
Gewerkschaftschef bestätigt Kontaktaufnahme
UFO-Chef Nicoley Baublies bestätigte, dass es einen Anruf bei der Lufthansa gegeben habe. Er sprach von einer Annäherung zwischen Gewerkschaft und Lufthansa. "Wir erwarten uns jetzt tatsächlich auch, nachdem wir den ersten Kontakt ja auch hergestellt haben, dass die Lufthansa sich deutlich inhaltlich bewegt", sagte Baublies der Nachrichtenagentur dpa.
Die heutigen Flugausfälle würden durch eine Annäherung nicht mehr verhindert, selbst wenn sich die Beschäftigten im Lauf des Tages entschließen sollten, den Streik abzubrechen. Damit Passagiere nicht in den Terminals stundenlang auf ihre Flüge warten, sondern zu Hause bleiben, mit Wettbewerbern fliegen oder auf Bahn und Auto umsteigen, wurden die rund 1200 Flüge bereits definitiv abgesagt. Sollten die Gespräche konstruktiv verlaufen, könnten aber zumindest die kommenden Tage ohne Streik bleiben.
Lufthansa: Wir haben die Gewerkschaft unterschätzt
Lufthansa-Chef Christoph Franz räumte ein, die Entschlossenheit von UFO unterschätzt zu haben. Er habe Streiks in diesem Umfang nicht erwartet, sagte er im ZDF-"Heute Journal". Zugleich kritisierte er den Streik als "völlig unverhältnismäßig". Die Lufthansa habe sich aber auf den bundesweiten Streik eingestellt und früh einen Sonderflugplan herausgegeben. "Wir müssen unseren Kunden verlässliche Informationen und auch einen Flugplan bieten, den wir dann verlässlich abfliegen", meinte der Vorstandsvorsitzende.
Die Flugbegleiter fordern fünf Prozent mehr Gehalt und den Verzicht der Lufthansa auf die Gründung von Billiglohngesellschaften. Die Fluggesellschaft bietet Entgelterhöhungen von 3,5 Prozent an, den Verzicht auf Leiharbeit, auf betriebsbedingte Kündigungen und auf befristete Verträge.
Stand: 07.09.2012 00:24 Uhr
