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Feldbetten am Frankfurter Flughafen

Vor neuem Ausstand der Flugbegleiter

Lufthansa rüstet sich für bundesweiten Streik

Wenige Stunden vor dem Beginn eines bundesweiten Streiks der Flugbegleiter zeichnet sich ein chaotischer Tag an den deutschen Flughäfen ab. Die Lufthansa rechnet damit, dass rund zwei Drittel der für diesen Tag ursprünglich geplanten 1800 Flüge ausfallen werden.

Daran wird auch ein erstes Gespräch der beiden Konfliktparteien nichts ändern. Kurz vor Streik-Beginn haben nach Informationen des HR-Luftfahrtexperten Michael Immel Lufthansa und die Gewerkschaft UFO erstmals seit dem Scheitern der Tarifverhandlungen Mitte August Kontakt miteinander aufgenommen. Morgen solle es weitere Gespräche geben. Sollten diese konstruktiv verlaufen, könnten die kommenden Tage ohne Streik bleiben.

Lufthansa streicht am Freitag mehr als 1000 Flüge
tagesthemen 22:15 Uhr, 06.09.2012, Sebastian Kisters, HR

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Ein Lufthansa-Sprecher erklärte, die Liste der gestrichenen 1200 Flüge müsse nun vollständig abgearbeitet werden. Betroffen sind vor allem die lukrativen Interkontinental- und Inlandsflüge. Bereits heute fielen rund 50 Flüge aus. Dabei handelte es sich zumeist um Flüge aus Übersee, die ihr Ziel erst nach Streikbeginn erreicht hätten. Mit der vorzeitigen Absage wollte die Lufthansa sicherstellen, dass die Maschinen bei Streikende schon am Abflugsort sind.

An die betroffenen Passagiere verschickte die Airline rund 50.000 Kurznachrichten. Auch in Zeitungsanzeigen stimmte sie Reisende auf den Streiktag ein. Flüge der Regional- und Tochtergesellschaften Germanwings, Eurowings, Cityline, Austrian Airlines, Air Dolomiti, Augsburg Airways und Swiss seien aber nicht von den Streiks betroffen.

Auch wenn am Freitag nur das Kabinenpersonal der Lufthansa die Arbeit niederlegen wird, kann der Streik auch andere Fluglinien betreffen. Sollten - wie am vergangenen Freitag - die Parkpositionen an den Flughäfen knapp werden, müssten die betroffenen Flughäfen vorübergehende Landeverbote aussprechen.

Zugleich stellen sich die Konkurrenten der Lufthansa auf eine größere Nachfrage ein. Air Berlin und British Airways wollen größere Maschinen als zunächst geplant an den Start schicken, um mehr Passagiere aufnehmen zu können. Auch die Deutsche Bahn stellt zusätzliche Züge bereit, empfiehlt Reisenden aber dringend, angesichts des zu erwartenden Andrangs an Wochenende Plätze zu reservieren.

Die Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens, Fraport, rechnet damit, dass die Reisenden sich bereits auf den Streik eingestellt und entsprechende Vorkehrungen getroffen haben. Ein Sprecher sagte, man erwarte keine besondere Dramatik. Für Passagiere, die am Flughafen übernachten müssten, stünden erneut Feldbetten bereit.

Eine kurzfristige Einigung oder Annäherung zwischen Lufthansa und UFO erscheint unwahrscheinlich. Die Lufthansa erklärte sich zwar grundsätzlich bereit, mit UFO in ein Schlichtungsverfahren einzutreten. Die Initiative dazu müsse aber von der Gewerkschaft ausgehen, betonte ein ein Lufthansa-Sprecher. Ein Angebot liege bereits auf dem Tisch, ein neues werde nicht unterbreitet.

Zudem setzte das Unternehmen der Schlichtung einen engen Rahmen. es könne nur über Vergütungen und Vergütungsstrukturen verhandelt werden, sagte ein Sprecher. Andere Fragen wie die Leiharbeit oder die Gründung von Töchterunternehmen könnten in der Schlichtung nicht behandelt werden. UFO besteht dagegen auf einer Schlichtung ohne Vorbedingung.

Wirtschaftliche Auswirkungen für die Lufthansa
B. Scholtes, DLR
06.09.2012 16:49 Uhr

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Stand: 06.09.2012 22:55 Uhr

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