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Arbeitskampf der Flugbegleiter

Lufthansa muss hunderte Flüge streichen

Die Flugbegleiter der Lufthansa sind zum zweiten Mal im laufenden Tarifstreit in den Ausstand getreten. Sie legten am Morgen an den Flughäfen Frankfurt am Main sowie in Berlin für acht Stunden die Arbeit nieder. Am Mittag kam auch der Flughafen München dazu - er soll bis 24 Uhr bestreikt werden. In Tegel nahmen die Flugbegleiter gegen 13 Uhr ihre Arbeit wieder auf, in Frankfurt um 14 Uhr.

Der Streik trifft die Lufthansa deutlich härter als am ersten Tag, an dem ausschließlich in Frankfurt gestreikt worden war. Bis zum Mittag musste die Fluglinie mehr als 300 Flüge streichen. Das entspricht rund einem Drittel aller für heute geplanten Flüge der Lufthansa an den beiden Flughäfen.

Betroffen sind am Drehkreuz Frankfurt vor allem Kurz- und Mittelstreckenflüge - hier fiel am Vormittag gut die Hälfte von ihnen dem Arbeitskampf zum Opfer. Bei den Langstreckenflügen musste ein Drittel gestrichen werden. In Berlin seien Verbindungen nur vereinzelt gestrichen worden, teilte das Unternehmen mit.

In der Folge bildeten sich vor den Umbuchungsschaltern lange Schlangen. Die Wartenden wurden mit Getränken und Snacks versorgt, zusätzliche Mitarbeiter bemühten sich um Umbuchungen. Zudem verschickte die Lufthansa rund 11.000 SMS an betroffene Passagiere.

Die Bahn stellte an den bestreikten Flughäfen zusätzliche Züge zur Verfügung. das Unternehmen rechnet mit einigen tausend zusätzlichen Reisenden. Bislang ist nach Auskunft der Bahn aber kein erhöhtes Aufkommen zu verzeichnen.

Zahlreiche Flüge am Frankfurter Flughafen annulliert
tagesschau 15:00 Uhr, 04.09.2012, Herbert Stelz, HR

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Die Taktik von UFO, die bestreikten Flughäfen erst sechs Stunden im voraus zu benennen, sorgt bei der Fluglinie für wachsende Empörung. UFO setze anders als angekündigt keine Nadelstiche, sagte Unternehmensssprecher Klaus Walther. Vielmehr sei die Taktik von UFO "ein Schlag ins Gesicht" der Kunden.

Der Schaden an diesem Streiktag wird dem Konzernsprecher zufolge "ganz sicher wieder die Millionenhöhe erreichen". Walther hielt UFO auch "Arroganz" vor - ein Vorwurf, den die Gewerkschaft ihrerseits auf die Lufthansa anwendete. UFO-Chef Nicoley Baublies rief die Lufthansa auf, ihre arrogante Haltung aufzugeben. Anderenfalls werde es zu flächendeckenden und ganztägigen Streiks kommen.

Zugleich drückte UFO in einem offenen Brief ihr Bedauern über die Nachteile für die Fluggäste aus. Man könne sich vorstellen, welchem Stress die Passagiere jetzt ausgesetzt seien. UFO bat die Fluggäste aber auch, ihren Ärger nicht gegen die diensthabenden Kollegen am Boden zu richten. Das Ansinnen, die Passagiere schon 24 Stunden vor der nächsten Streikwelle zu warnen, lehnte UFO-Chef Baublies jedoch ab. "Dann müssten wir den Streik ausweiten und 24 Stunden bundesweit in den Ausstand gehen." Das wolle man bislang noch vermeiden.

Eine Rückkehr an den Verhandlungstisch zeichnet sich vorerst nicht ab. Die Lufthansa bietet den Flugbegleitern bislang ein Gehaltsplus von 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von drei Jahren. Allerdings sollen die Flugbegleiter dafür länger arbeiten. UFO kämpft für fünf Prozent mehr Lohn über 15 Monate und gegen die Auslagerung von Stellen.

Schon der erste Streik der Flugbegleiter in der Geschichte der Lufthansa hatte am Freitag in Frankfurt am Main für erhebliches Chaos im europäischen Luftverkehr gesorgt: Zahlreiche Lufthansa-Maschinen blieben am Boden, Flieger aus Europa durften zwischenzeitlich nicht mehr in Richtung Frankfurt starten.

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Streik der Lufthansa-Flugbegleiter

Ufo-Streik

Neue Runde im Tarifstreit: Die Flugbegleitergewerkschaft hat ihren bislang größten Streik begonnen. Es wird am Freitag mit rund 1000 Flugausfällen gerechnet. (Foto: dapd)

Stand: 04.09.2012 14:48 Uhr

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