Passagiere stehen bei Nacht Gepäck vor einem Flixbus. | Bildquelle: dpa

Übernahme im Fernbusgeschäft Die Macht von Flixbus

Stand: 03.08.2016 18:21 Uhr

Günstig und schnell von Stadt zu Stadt - Fernbusse sollten Bewegung in den Fernverkehr bringen. Anfangs gab es viele Anbieter, doch inzwischen dominiert Flixbus den Markt. Welche Folgen hat das für den Wettbewerb und was kann der Kunde erwarten?

Von Julia Kleeschulte, WDR

Der große Traum ist ausgeträumt: Von Konkurrenz kann keine Rede mehr sein auf dem vormals umkämpften Fernbusmarkt.  Der Marktführer Flixbus übernimmt das Geschäft des Konkurrenten Postbus und beherrscht damit mehr als 80 Prozent des Marktes.

Zum Kaufpreis will sich Flixbus-Geschäftsführer André Schwämmlein genauso wenig äußern wie die Post. Doch dass die sich mit der Fernbussparte keine Freude gemacht hat, scheint klar: Das Geschäft sei "wirtschaftlich unattraktiv", gab Post-Finanzchef Larry Rosen zu.

Marktführer Flixbus schluckt bisherigen Konkurrenten Postbus
tagesthemen 21:50 Uhr, 03.08.2016, Caroline Hoffmann, WDR

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Goldene Zeiten im Fernbusgeschäft vorbei?

Anfang 2013 hatte die Bundesregierung den Fernbusverkehr liberalisiert. Folge war, dass zahlreiche junge Unternehmen den Markt fluteten: Meinfernbus, Flixbus, Postbus, City2City überbaten sich mit Niedrigpreisen. Doch nach und nach zogen sich die Unternehmen aus dem Markt wieder zurück.

Für Christoph Gipp, Geschäftsführer des Forschungsinstituts Iges, ist der Fernbusmarkt aber auch mit weniger Wettbewerbern eine Erfolgsgeschichte: "Fernbusse konnten sich als wirksame Alternative zu anderen Verkehrsmitteln etablieren", sagt er im Interview mit tagesschau.de.

Jetzt müsse es darum gehen, den Markt auch zu erhalten. "Es ist wünschenswert, dass sich die Preise auf einem vernünftigen Niveau einpendeln, damit der Markt auch morgen und übermorgen bestehen kann", so Gipp.

Ein Postbus und ein Flixbus | Bildquelle: dpa
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Fernbusse haben sich inzwischen als Alternative zu anderen Verkehrsmitteln etablieren.

Ticketpreise bleiben stabil - zumindest kurzfristig

Auf die Ticketpreise wird sich der Ausbau der Marktmacht von Flixbus unmittelbar aber wohl trotzdem nicht auswirken. "Nach unten wird es nicht mehr gehen", sagte eine Specherin des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) im Interview mit tagesschau.de, "weil der Wettbewerb jetzt nicht mehr da ist und die Konkurrenten sich nicht weiter unterbieten müssen."

Teurer wird es aber nach ihrer Einschätzung kurzfristig auch nicht, da der harte Wettbewerb zwischen Bahn, Bus, Billigfliegern und Mitfahrgelegenheiten weiter bestehen bleibe.

Mittelfristig geht aber auch der VCD davon aus, dass Flixbus seine Preise anheben wird. Auch ohne ernstzunehmende Konkurrenten muss es für Flixbus darum gehen, Gewinne zu erzielen.

Die Erfolgsgeschichte von Flixbus

Die Übernahme der Postbusse ist nicht die erste Erweiterung der Marktmacht von Flixbus: Bereits zum 1. Juli 2016 hatte sich das Unternehmen das Europa-Geschäft des schottischen Konkurrenten Megabus einverleibt.

Im vergangenen Jahr fusionierte Flixbus mit dem Wettbewerber "Mein Fernbus" und war damit zum Marktführer in Europa aufgestiegen. Einziger Wettbewerber im Fernbusverkehr ist jetzt nur noch der IC-Bus der Deutschen Bahn.

Innenansicht eines Fernbusses | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Mittelfristig werden die Preise bei Flixbus wohl steigen.

Fernbusmarkt - ein Fall fürs Kartellamt?

Obwohl Flixbus seinen Marktanteil stetig weiter ausbaut, wird das Bundeskartellamt die Übernahme nicht prüfen. Das bestätigte ein Sprecher der Bonner Behörde im Gespräch mit tagesschau.de.

Das Kartellamt sei von den Unternehmen vorab über den geplanten Zusammenschluss informiert worden. Die Unternehmen hätten darlegen können, dass dieser zu klein sei, um durch das Kartellamt geprüft zu werden.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes stellte aber fest: "Auf der Grundlage der vorliegenden Informationen konnten wir daher diesen Zusammenschluss nicht näher prüfen. Wir haben weder die betroffenen Märkte noch die möglichen Auswirkungen auf den Wettbewerb im vorliegenden Fall näher analysiert."

Eine Prüfung durch die Wettbewerbshüter setzt voraus, dass beide betroffenen Unternehmen zusammen mehr als 500 Millionen Euro Umsatz pro Jahr haben. Davon ist Flixbus aber auch nach der Übernahme von Postbus wohl noch ein ganzes Stück entfernt.

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