Angst vor Euro-Austritt Ratingagentur Fitch stuft Griechenland wieder herab

Stand: 17.05.2012 22:23 Uhr

Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands herabgestuft. Künftig erhält das Land die Risiko-Einschätzung CCC. Bislang hatte Fitch Griechenland mit der Bewertung B- versehen. CCC bedeutet, dass beträchtliche Risiken bestehen und nur in günstigen Fällen keine Ausfälle zu erwarten sind.

Logo der Ratingagentur Fitch an einem Gebäude
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Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands herabgestuft.

Die Ratingagentur begründete die Herabstufung der Bonität mit der Gefahr eines möglichen Euro-Austritts von Griechenland. Das starke Abschneiden von Parteien, die sich gegen den Sparkurs des Landes aussprechen, hätte ebenfalls zu der Herabstufung beigetragen, teilte Fitch mit.

Das Scheitern einer Regierungsbildung zeige die mangelnde öffentliche und politische Unterstützung für das mit den internationalen Kreditgebern vereinbarte Sparprogramm. Die bevorstehende Wahl am 17. Juni wird von Beobachtern als eine Art Volksabstimmung über Verbleib oder Austritt Griechenlands aus der Währungsunion gesehen.

Aufwertung Griechenlands im März

Fitch hatte die langfristige Kreditwürdigkeit des pleitebedrohten Eurolands erst im März um vier Noten heraufgestuft und damit auf den vollzogen Schuldenschnitt reagiert. Zuvor hatte die Agentur Griechenland noch als teilweisen Zahlungsausfall bewertet.

Durch den, zum Teil erzwungenen, Forderungsverzicht privater Gläubiger hatte Griechenland seinen Schuldenberg auf einen Schlag um knapp 107 Milliarden Euro reduziert. Investoren mussten ihre Anleihen in neue mit geringerer Verzinsung umtauschen und im Schnitt mehr als 70 Prozent ihrer Forderungen abschreiben.

Auch Moody's und Standard & Poor's skeptisch

Die beiden anderen großen Ratingagenturen schätzen die Kreditwürdigkeit Griechenlands ebenfalls skeptisch ein. Moody's bewertet Griechenland mit C, Standard & Poor's mit CCC.

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