Erstes Handy mit Firefox - ein Smartphone für alle?

Erstes Handy mit Firefox-Betriebssystem

Ein Smartphone für alle?

Der Telekom-Anbieter Telefónica bringt das erste Mobiltelefon mit einem Firefox-Betriebssystem heraus. Das ZTE Open ist in Spanien für 69 Euro zu haben und soll neue Märkte erschließen - insbesondere bei Einsteigern.

Von Reinhard Spiegelhauer, ARD-Hörfunkstudio Madrid

Firefox-Handy (Bildquelle: dpa)
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Mit den Spitzengeräten der Konkurrenz kann und will das Firefox-Handy nicht konkurrieren.

Ab sofort steht das weltweit erste Smartphone mit Firefox OS an Bord in den Regalen. Es kommt vom chinesischen Hersteller ZTE und hat einen Touchscreen mit 3,5 Zoll Diagonale - genauso groß also wie bei vielen Einsteiger-Smartphones mit Googles Android-Betriebssystem. Sehr viel kleiner ist dagegen das Preisetikett: Für 69 Euro können Spanier das ZTE Open mitnehmen - inklusive Prepaid-Simkarte mit 30 Euro Gesprächsguthaben.

Telefónica-Entwicklungschef Carlos Domingo ist sich sicher, dass das Billigst-Smartphone ein Erfolg wird: "Ist es so ausgereift wie ein Samsung Galaxy S4? Nein, aber es geht nicht darum, mit den Top-End-Geräten zu konkurrieren, sondern auf Ebene der Plattform, mit Apple und Google - und zwar um einen bisher unerschlossenen Markt. Dafür muss es bei guter Leistung sehr preiswert sein."

Hoffnung auf südamerikanische Märkte

Bisher sind weltweit nur 16 Prozent der Mobiltelefone Smartphones, mit Zugang zum Internet, sozialen Netzwerken, Messengerdiensten und natürlich einem Appstore. Die restlichen 84 Prozent wollen erobert sein - und die in Süd- und Mittelamerika als Netzbetreiber gut aufgestellte Telefónica hofft, sich über günstige Firefox-Telefone einen ordentlichen Teil vom Kuchen abschneiden zu können, sagt Domingo: "Natürlich führen wir sie nicht in den USA zuerst ein, sondern in Ländern, in denen das Einsteigersegment wächst, wo die Leute nicht von Smartphone zu Smartphone, sondern vom einfachen Handy zum ersten Smartphone wechseln."

Telefonica bietet als erster Netzbetreiber Firefox-Smartphone an
R. Spiegelhauer, ARD Madrid
02.07.2013 08:05 Uhr

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Offene Standards für Schwellenländer

In den kommenden Wochen soll das Firefox-Smartphone zum Beispiel auch in Venezuela und in Kolumbien an den Start gehen. Möglich wird der günstige Preis durch das Konzept von Firefox OS: Es basiert auf offenen Standards und Programme funktionieren ganz ähnlich wie Internetseiten - dafür braucht man wenig Rechenpower und entsprechend preiswert kann das Telefon designt werden.

Für den spanischen Markt prophezeien Experten allerdings nicht unbedingt den großen Erfolg: Denn dort sind bereits zwei Drittel aller Mobiltelefone Smartphones - mehr als in jedem anderen Land der EU. Das neue Simpel-Smartphone könnte sich in Spanien als Ladenhüter erweisen.

Dieser Beitrag lief am 02. Juli 2013 um 07:41 Uhr auf NDR Info.

Stand: 02.07.2013 03:51 Uhr

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