Braune Eier | Bildquelle: dpa

Belgische Behörden Erster Fipronil-Verdacht im Juni

Stand: 06.08.2017 09:51 Uhr

Seit Anfang Juni weiß Belgien über einen Fipronil-Verdachtsfall Bescheid. Die EU wurde erst Wochen später informiert - man habe erst ausreichende Erkenntnisse sammeln müssen. Agrarminister Schmidt zeigte sich enttäuscht über die belgischen Behörden.

Die belgischen Behörden haben bereits vor zwei Monaten von einer möglichen Belastung von Hühnereiern durch das Insektizid Fipronil erfahren. "Wir wussten seit Anfang Juni, dass es möglicherweise ein Problem mit Fipronil in der Geflügelzucht gibt", sagte die Sprecherin der belgischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, Katrien Stragier, dem Fernsehsender VRT.

Aufgrund der Einleitung von Ermittlungen wegen Betrugs habe die Behörde diese Informationen nicht öffentlich gemacht. Ihre Behörde habe sofort eine Untersuchung eingeleitet und zudem die Staatsanwaltschaft informiert, sagte Stragier. "Von da an galt das Ermittlungsgeheimnis."

Fipronil-Verdacht ist belgischen Behörden bereits im Juni bekannt gewesen
tagesschau 20:00, 05.08.2017, Arnim Stauth, ARD Brüssel

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Erst Wochen später gemeldet

Gemeldet hatten die belgischen Behörden erste Fipronil-Fälle nach Angaben der EU-Kommission erst Wochen später am 20. Juli. Am 22. Juli wurde das Gift in den Niederlanden in Eiern von sieben Betrieben nachgewiesen.

In den Tagen darauf folgten weitere Funde, auch vier deutsche Geflügelhöfe sowie eine Briefkastenfirma sind betroffen. Stragier verteidigte die Entscheidung, erst am 20. Juli andere europäische Länder zu informieren. Man habe erst Informationen über die Dimension des Problems sammeln müssen.

Dass belgische Verbraucher nicht früher informiert worden seien, stehe im Einklang mit europäischen Regeln, da die Höchstwerte von Fipronil in Eiern in Belgien nicht erreicht worden seien.

Schmidt von belgischen Behörden "enttäuscht"

Bundesagrarminister Christian Schmidt zeigte sich über die belgischen Behörden enttäuscht. Schmidt hätte erwartet, zeitnah und umfassend informiert zu werden, erklärte ein Sprecher des CSU-Politikers. Am Montag wolle er mit seinem Amtskollegen in Brüssel telefonieren.

Fast alle Bundesländer betroffen

In fast allen deutschen Bundesländern wurde inzwischen Fipronil in Eiern nachgewiesen. Das für diesen Zweck verbotene Insektengift war vor allem in den Niederlanden in Legehennenbetrieben eingesetzt worden, viele der dort produzierten Eier wurden nach Deutschland verkauft.

Die giftige Substanz gelangte nach derzeitigem Stand der Ermittlungen über das Reinigungsmittel Dega-16 in die Ställe. Mutmaßlich hatte ein belgischer Hersteller Fipronil beigemischt. Experten sehen momentan keine großen Gesundheitsrisiken beim Verzehr belasteter Eier oder daraus hergestellter Produkte. Millionen mit Fipronil belastete Eier wurden bereits aus dem Verkehr gezogen. Inzwischen gibt es in Deutschland auch erste Rückrufe für Produkte mit verarbeiteten Eiern.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt wies Kritik an seinem Krisenmanagement im Fipronil-Skandal zurück. "Die Lebensmittelüberwachung ist Aufgabe der Bundesländer. Trotzdem hat sich mein Haus unverzüglich eingeschaltet und befindet sich im engen Austausch mit den Behörden der Länder", sagte Schmidt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. August 2017 um 17:00 Uhr.

Darstellung: