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Die G8-Finanzminister haben vor drastischen Folgen der jüngsten Preisexplosion bei Rohöl und Nahrungsmitteln gewarnt. Die hohen Rohstoffpreise stellten eine ernste Bedrohung für das Wachstum der Weltwirtschaft dar, erklärten die Minister der sieben führenden Industrienationen und Russlands in Osaka. Die Rolle der Spekulanten soll deshalb untersucht werden.
Von Peter Kujath, ARD-Hörfunkstudio Tokio
[Bildunterschrift: Ein Symbol für die Hoffnung: Die Minister pflanzten in Osaka einen Baum ]
Auf vier Seiten haben die Finanzminister der G8-Staaten, bestehend aus den sieben führenden Industrienationen plus Russland, ihre Gespräche in Osaka zusammengefasst. Gleich zu Beginn hieß es: Für eine lange Zeit habe die Weltwirtschaft den Zustand aus Wachstum und niedriger Inflation genossen, sehe sich jetzt aber mit Gegenwind konfrontiert.
Gemeint sind die steigenden Rohstoffpreise - vor allem die für Erdöl und Nahrungsmittel - die den Inflationsdruck weltweit erhöht haben. Man wolle wachsam bleiben und weiterhin die notwendigen Maßnahmen ergreifen, individuell wie im Kollektiv, um stabiles Wachstum zu sichern, heißt es weiter.
Trotz der neuen Gefahren, so die Finanzminister, habe sich die Situation an den Finanzmärkten etwas verbessert, auch wenn der steigende Ölpreis Auswirkungen auf die weltweite makroökonomische Stabilität hätte sowie auf das Wohlergehen und die Entwicklungschancen der Menschen. Die hohen Kosten für Erdöl spiegeln - so heißt es wörtlich - den steigenden weltweiten Bedarf wie die Versorgungsbeschränkungen wider. Aber auch andere Einflüsse wie geopolitische Interessen und finanzielle Faktoren würden eine Rolle spielen.
Damit war sowohl die Position der europäischen Länder berücksichtigt, die das steigende Interesse der großen Investmentfonds an Öl und Nahrungsmitteln als Spekulationsobjekt für den Preisanstieg verantwortlich machen, als auch die US-Position, die die Subvention von fossilen Brennstoffen für die Ursache des Preisanstiegs hält. Der deutsche Vertreter bei den Gesprächen, Staatssekretär Thomas Mirow, sagte, dass man intensiv über den möglichen Anteil von Spekulanten auf die Energiepreisentwicklung gesprochen habe, allerdings niemand diesen wirklich quantifizieren könne. Deshalb seien der Internationale Währungsfonds und die Internationale Energieagentur beauftragt worden, diese Frage intensiver zu untersuchen und auf dem nächsten Treffen Bericht zu erstatten.
Einig war die G8-Gruppe in ihrer Forderung, die erdölproduzierenden Länder müssten ihre Produktion erhöhen und Investitionen tätigen, um langfristig die Kapazitäten auszubauen. Bezogen auf die gestiegenen Nahrungsmittelpreise erklärten die Finanzminister in ihrem Statement, dass sie die Bemühungen des Welternährungsprogramms, der Weltbank und anderer Institutionen unterstützen würden, um die Probleme abzumildern, die die hohen Nahrungsmittelpreise vor allem in den Entwicklungsländern auslösen würden. Konkrete Zusagen seitens der G8-Finanzminister blieben jedoch aus.
Auch bei dem Thema Kampf gegen den Klimawandel blieb es bei den bereits bekannten Positionen. Gastgeber Japan, die USA und Großbritannien hatten im Vorfeld bereits Gelder für einens Fond in Aussicht gestellt und andere Staaten zur Teilnahme eingeladen. Mit diesen Geldern sollen in den Entwicklungsländern Maßnahmen finanziert werden, die zur Steigerung der Energie-Effizienz beitragen sowie die Menschen vor den Folgen des Klimawandels schützen können. Darüber hinaus ist von den G8-Finanzministern ein Aktionsplan verabschiedet worden, der das Engagement der privaten wie öffentlichen Finanzinstitutionen im Kampf gegen den Klimawandel stärken soll.
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